9 Bergwerke geschieden sei. Bezüglich des dritten und zweiten Jahrhunderts führt Fitzier aus, daß die Seleukidenkönige wohl ein ausschließliches Regal für Bergwerke und Salz besessen haben. Dasselbe lasse sich auch ausLivius XLII 12, 52 und XXXIX 24 für die makedonischen Bergwerke dieser Zeit annehmen. Fitzier bemerkt, daß in Ägypten Bergwerke im Privatbesitz oder in privater Ausbeutung unbekannt gewesen seien. Er nimmt an, daß die Ptolemäer-, Seleukiden- und Lagidenkönige das Regal über alle Bergwerksschätze gehabt haben, insbesondere für Metalle, Edelsteine, Salz- und Natronlager, wogegen Steinbrüche partes fundi gewesen; doch hätten auch diese dem Ptolemäerkönige gehört, weil er Herr von Grund und Boden war 1 . Im Gegensatz von den Atheniensern betrachteten die Römer f wenigstens in der früheren Zeit, die Bergwerksmineralien auf Italischem Boden als rechtliches Zubehör zum Grundeigentum und die Erträge des Bergbaues als „Früchte“ des Bodens wie das Holen von Sand, das Brechen von Feldsteinen oder den Obst- und Weinbau 1 2 . Es konnte hiernach jedenfalls bis zur Kaiserzeit auf Italischem Boden nur vom Grundeigentümer oder nur mit seinem Willen Bergbau betrieben werden 3 * S . Dieser Rechtszustand dürfte sich besonders daraus erklären lassen, daß nach Vertreibung der Könige die Grundeigentümer, die Römischen Bauern, dem Staate seine Rechtsverfassung gegeben haben. Allem Anscheine nach fanden die Römer den entgegengesetzten 1 S. hierzu Arndt in der Zeitschrift für die gesamte Staatswissenschaft Bd. 70 S. 233. Neuburg das. 1900, S. 50. Maspero, Les finances p. 38. Bouche-Ledere, Histoire de l’empire des Lagides III 338. Wilcken, Griechische Ostraka I 442 und v. Willamowitz-Möllendorf bei Hinneberg, Kultur der Gegenwart S. 161, 172. 1 77 D. de Verb. Signif. (50, 16). Frugem pro reditu appellari, non solum quod frumentis aut leguminibus: verum et quod ex vino, silvis caeduis, cretifodinis, lapidicinis capitur. — 1 7 § 14 D. solut. matrim. (24, 3). Sed si cretifodinae, ar- gentifodinae vel auri vel cujus alterius materiae sint vel arenae utique in fructu habebuntur. S. auch Arndt in der Zeitschrift für die gesamte Staatswissenschaft Bd. 70 S. 231 f. Cuq, Un regiement administratif sur les mines d’Hadrien, Paris 1902. J. B. Mispoulet, Le regime des mines ä l’epoque romaine et au moyen äge depuis les tables d’Aljustrel, 1908. Rostowzew, Studien zur Geschichte des Römi schen Kolonats, 1908. Neuburg in der Zeitschrift für die gesamte Staatswissen schaft 1900, S. 46 f., 50, 63 a. a. O. Zycha, Das Recht des älteren deutschen Berg baues, 189g. Schmoller, Jahrbuch Bd. 15 S. 674 f. 1 I 8 O D. de acquir. rer. dom. (41, 1), 1 77 D. de contrah. empt. (18, 1), * 9 S 3 D., 1 13 $§ 5, 6 D. de usufructu (7, 1), 1 4 S 7 D- de eens. (50, 15), 1 5 S 1 D. de rebus eorum qui sub tutela (27, 9; Paul, uquod tantem privatis licet possidere), 1 7 S 14 D. soluto matrimonio (24, 3). Dig. 10, 3 p. 29.