— 190 — vom Jahre 1182, daß seinem Vater, wie ihm selbst, „ab Imperiali largitate“ die Salze und Metalle verliehen sind. Daß die Witwe Ottokars VII. einen „mansus, ubi foditur ferrum“ besaß, scheint somit kein Umstand, welcher das Bergregal zu widerlegen geeignet sein dürfte. Am 29 Juli 1167 1 schenkte Kaiser Friedrich I. dem Erzbischof von Köln: „curtem nostram in Eikenhaim cum hominibus possessioni- bus Argentifodinis, omnibusque aliis pertinentiis.“ Wie Hüllmann 2 durch diese Urkunde das Bergregal widerlegen will, vermag ich nicht abzusehen. Im Jahre 1177 verlieh Kaiser Friedrich I. dem Kloster Neustift; „montem Vilanders cum fodinis aliisque possessionibus ab Ar nolde comite et Regniberto de Sebene eidem ecclesiae collatis, nec non et fodine ferri, que apud Fufillum reperte sunt ut predicta ecclesia memoratas fodinas tarn in monte Vilanders, quam aput Furfillum cum omni jure et utilitate, que nunc vel in futurum inde provenire poterit, libere teneat et possideat. “ * v. Sperges 4 folgert aus dieser Urkunde das Bergregal und mit Recht: denn, falls die Bergwerke nur Zubehör zum Oberflächenbesitze waren, wie konnte der Kaiser die auf ihm nicht gehörigen Besitzungen entdeckten Silbergruben verleihen f Umgekehrt folgert Hüllmann 6 daraus, daß jener Graf Arnold Gruben bei Vilanders schon früher besessen hat, die Zugehörigkeit der Bergwerke zu Grund Boden. Diese Folgerung erscheint nicht richtig. Der Kaiser bestätigt allerdings auch dem Kloster solche Gruben, welche ihm vom Grafen Arnold geschenkt sind. Allein dies erklärt sich, da dieser Graf jene Gruben vom Kaiser hatte 6 . Er war aus dem Hause von Eppan (de Piano), deren Herrschaften Fried rich I. bei der Verleihung des Bergregals an den Bischof von Trient ausnahm. Schließlich bleibt zu beachten, daß, wenn die Berg werke des Grafen nicht vom Kaiser herrührten, die kaiserliche Bestä- tigung ihrer Übertragung gar nicht nötig gewesen wäre 7 . 1 Die Urkunde findet sich in Nikolaus Kindlinger, Münsterische Beiträge usw., Münster 1793, III 62, 63. 2 Geschichte des Ursprungs der Regalien S. 65. 3 v. Sperges, Tyrolische Bergwerksgeschichte, Wien 1765, S. 34. 4 S. 34, 35. 5 Geschichte des Ursprungs der Regalien S. 65. Hüllmann setzt übrigens fälschlich die Schenkung von Vilanders in das elfte, statt in das zwölfte Jahr hundert. Ihm folgt hierin Grueter (Regesten No. 20). 6 Vgl. v. Sperges S. 46 ff. 7 S. auch v. Sperges S. 34 ff.