223 gelegen sei, und ob er Stollen- oder Schachtrecht empfangen wolle; was Rechtens alsdann, solle ihm der Richter verleihen und in das Verleihbuch bei Gericht einschreiben. Welcher Bau feiert und nach Vorschrift der Bergordnung nicht gearbeitet wird, den mag und soll der Bergrichter dem nächsten verleihen, der darum an ihn kommt. 25. In dem Urkundenbuche des Grafen Kaspar Sternberg zu dessen Geschichte der böhmischen Bergwerke finden sich zahlreiche Berg freiheiten, welche nicht für alle, sondern nur für einzelne Orte und nicht für jedermann, sondern nur für bestimmte Personen vom Könige ausgestellt sind 1 . Eine allgemeine, jedem kraft eigenen Rechts zustehende Berg baufreiheit hat daher in Böhmen nicht bestanden. Dies ergibt sich klar u. a. aus den Formeln königlicher Verwilligungen auf Seifengold zu bauen, deren eine aus dem Jahre 1400 1 2 , wie folgt lautet: „Wenzeslaus Notum facimus, quod Joanni dicto Liczko fideli nostro dilecto, facimus et indulsimus, et virtute praesentium regia auctoritate Boemiae gratiosius indulgemus, ut ipse cum suis cooperatoribus in bonis religiosorum abbatis et conventus monasterii Aulae regiae aurum vulgariter dictum Seifengolt querere et ibidem aurifodinas facere et laborare valeat atque possit juribus tarnen nostris, quae nobis ratione urborae et praefatis abbati et conventui praetextu fundi praedic- tarum aurifodinarum vulgariter dictum Ackergelt juxta rectum et consuetudinen regni nostri Boemiae provenire debebunt, semper salvis.“ 26. Herzog Albrecht II. von Österreich, Steiermark usw. bestimmte durch die Bergordnung vom Jahre 1336 oder 1346 für die Steiermark 3 , daß der Bergmeister dem Finder eines Bergwerks gewisse Massen verleihen soll, es sei der Grund, wem er will, geistlich oder weltlich. Der Grundherr soll den 40. Teil, der Landesherr die Fron haben. Die Betreiber der Bergwerke heißen Fronmänner. Die Baue werden nach dreimal vierzehn Tagen auflässig und können dann jedem verliehen werden. 27. Am 2. Dezember 1410 befiehlt König Wenzel von Böhmen 4 1 S. No. 19 S. 28, No. 41 S. 57, No. 45 S. 61, No. 50 S. 6$, No. 58 S. 76 No. 73 S. 100, No. 93 S. 143, No. 102 S. 166 ff. 2 No. 73 S. 100. 3 Bei v. Sperges, Tyrolische Bergwerksgeschichte S. 281 ff. 4 Schmidt, Sammlung der Berggesetze der österreichischen Monarchie I 136, 137-