10 v. Pleuer. eine Garantie dafür, daß der verschiedene Antheil an der Production auch seine verschiedene Gewinnquote erhalten soll. Allein auch hier wird der Lohn satz des einzelnen Arbeiters, welcher sich nach allgemeinen Lohngründen, nach Herkommen und örtlichen Verhältnissen regelt, nicht immer das richtige Maß der Arbeitsleistung treffen, und hier wird oft in einer andern Ausmessung des Bonus gerade die Ausgleichung für sonst nicht zutreffende Lohnsätze zu finden sein. Der technisch gebildete Arbeiter, z. B. der Colorist oder Form stecher in Kattundruckereien bezieht zwar einen hohen Lohn, allein oft hängt von seiner Geschicklichkeit die Beliebtheit und der große Absatz der Waare und damit die Größe des Geschäftsgewinnes ab, sein Gewinntheil müßte daher mit einem höheren Betrag als mit der einfachen Multiplication seines Lohnsatzes mit dem Quotienten aus der allgemeinen auf die Arbeit fallenden Gewinnquote durch die gesammte Lohnausgabe ') angesetzt werden. Ebenso kann wegen allgemeiner oder örtlicher Lohnverhältnisse der Lohnsatz von Hilfs arbeitern zeitweise wenigstens mit jenem von gelernten Arbeitern ziemlich gleich stehen (z. B. Lohn von Maschinenheizern und Lohn von Webern oder Spinnern), und dennoch sollte der Gewinnantheil der letzteren größer sein, da ihre Mitwirkung an der Herstellung des Productes eine bedeutendere ist. Für Hilfsarbeiter, dann Jene, deren Antheil an der Production sich unmöglich ziffermäßig feststellen läßt, deren Arbeit in persönlichen Dienstleistungen besteht, würde sich daher nichts anderes als ein gewisser Bonus empfehlen, welcher niedriger wäre, als jener der gelernten Arbeiter und welcher bei Stücklohn die Form einer Productionstantieme, sonst die eines Zeitbonus im Verhält nisse zum Tagelohn annehmen würde. Als Regel müßte die Beschäftigung während eines Productionsprocesses oder einer bestimmten längern Zeit gelten, wobei Abschlagzahlungen für früher austretende etwa mit absteigender Scala eintreten könnten. In Fällen außerordentlicher und vorübergehender Hilfsarbeit wäre gar kein Bonus zu vertheilen. Wie man sieht, hat die Gewinnbetheiligung, wenn man sie nicht bloß als fixen Jahresbonus im Falle von Ueberschüssen, sondern als allgemeinen Ausdruck für die Mitwirkung an der Production auffaßt, mit großen Schwierig keiten zu kämpfen, sie setzt eine complicirte Buchführung voraus, für welche uns gegenwärtig sogar die ersten Formularbegrifse fehlen, um den Antheil der Arbeit am Products annähernd zu bestimmen. Allein alle diese großen Schwierigkeiten sind nicht so unüberwindlich, um dieser neuen Form von vorne- herein die Existenzinöglichkeit abzusprechen, sie müssen zurücktreten, wenn man sich von der socialen Bedeutung des Planes durchdringen läßt und wenn man die Ueberzeugung hat, daß dieser Plan gegenwärtig der beste Vorschlag ist, um die durch Arbeitseinstellungen und Uebelwollen häufig unerträglichen Ver hältnisse zwischen Arbeitgebern und Arbeitnehmern befriedigend zu gestalten. Die Gewinnbetheiligung wird nicht bloß die materielle Lage des Arbeiters durch Vermehrung seines Einkommens verbessern, die ja durch Lohnerhöhung *) So bei Leclaire et Cie. s. J. Le Rousseau, de l’Assoe. de l’Ouvrier aux Bdndfioes du Patron, p. 202.