16 Weigert. den einzelnen Fällen ein verschiedener. Er unterscheidet sich äußerlich von dem Arbeitslohn, d. h. von dem, dem Arbeiter im engeren Sinne, gezahlten Lohne dadurch, daß er nicht wie dieser, ein vorher bestiinmbarer und zahl barer, sondern erst nach Verwerthung der hergestellten Producte, — und da eine Unternehmung stets auf die Dauer einer längeren Zeit berechnet ist, — erst nach Ablauf dieser festzustellender ist. Diesem äußerlichen Unterschiede des Unternehmer-Gewinnes vom Arbeits lohn entspricht aber auch der innere Unterschied der Unternehmerthätigkeit von der des Arbeiters. Bei diesem ist es einfach die Ausführung einer gegebenen Arbeit, die verlangt wird, bei der je nach ihrer Qualität sehr verschiedene Kräfte und Fähigkeiten angewendet werden müssen, eines Gegenstandes, dessen Werth der Unternehmer berechnet und nach dem er den Arbeitslohn fest gestellt haben muß, in der Hoffnung, in dem künftigen Preise eine Erstattung desselben zu finden. Der Unternehmer ist dagegen der Mann der Initiative, der die ein zelnen Kräfte in Bewegung zu setzen versteht, die latente Arbeitskraft der Individuen zur Erzeugung von Gebrauchsgegcnständen verwendet und somit erst die Entfaltung und Nutzbarkeit derselben bewirkt. Das Verhältniß des Arbeiters zum Unternehmer läßt sich vergleichen mit dem des einfachen Soldaten zum Feldherrn. Wie von dem Soldaten wird vom Arbeiter Thätigkeit, Ertragung von Mühen, Zuverlässigkeit iu.. die Aufwendung einer großen Summe von Anstrengung verlangt, aber sei"" Leistungen werden ge leitet, bestimmt und ihr Erfolg bewirkt dort vom Felvhcrrn, hier vom Unter nehmer. Neben dieser nicht hoch genug anzuschlagenden Initiative ist es das Risico, die Einsetzung der ganzen Existenz in materieller, wie moralischer Be ziehung, welche die Thätigkeit des Unternehmers von der deö Arbeiters unter scheidet, und in dem Unternehmer-Gewinn mit zum Ausdruck zu kommen hat. Es ist ferner die Umsicht in der Leitung des Unternehmens, die Berechnung der Conjuncturen. die technische und mercantilische Bildung, kurz eine große Zähl von Fähigkeiten und Eigenschaften, welche der Unternehmer besitzen muß und deren Vergütigung er in Anspruch nehmen darf. Daß die Vergütigung einer solchen Thätigkeit eine andere sein muß, als die für die mechanische Leistung des Arbeiters, ist klar; es ist eine Verkennung unseres industriellen Lebens von diesen Größen als commensurablen zu sprechen. Daß aber der Unternehmer-Gewinn keine feststehende Größe ist, sondern sich einzig nach dein Grade des Vorhandenseins der erwähnten Eigenschaften richtet, beweist die Praxis. Sticht alle Unternehmungen reüssiren gleich, unter denselben Verhält nissen in dem nämlichen Geschäftszweige, unter Benutzung des gleichen Capitals und gleich tüchtiger Arbeiter, prosperirt die eine Unternehmung und die andere geht zurück, weil dort der Unternehmer mit größeren Fähigkeiten ausgestattet ist, wie hier. Und in der Regel ist es nicht der Mangel an Fleiß und Thätigkeit, der die geringere Prosperität herbeiführt, sondern das Fehlen der eigentlichen Unternehmer-Eigenschaften: der Umsicht, Kenntniß und dergleichen. Wie weit entfernt auch der tüchtigste Arbeiter ist, ein geeigneter Unternehmer zu sein, beweist die oft gezeigte Ohnmacht der Productiv- ■■BK