Ueber Gewmnbetheiügung der Arbeiter. 21 Unternehmer, dem inan einerseits den geknechteten Arbeiter gegenüberstelle ihn also als Sieger ansieht, den man andererseits mit allen ordentlichen Fehlern behaftet darstellt, verlangt man die Versöhnungshand? Ich glaube, hier liegt eine bedenkliche Jnconseguenz vor. Entweder ist der Unternehmer in dem socialen Kampfe der Besiegte, oder wenn er als Sieger Friede und Ver söhnung schasst, sind seine Eigenschaften nicht so schlimme, wie man sie aus malt ! — Betrachten wir im Folgenden, ob eine Wiederherstellung des socialen Friedens auf Grundlage der Betheiligung der Arbeiter am Unternehmer-Ge winn möglich ist. Die Betheiligung der Arbeiter am Unternehmer-Gewinn (industrial partnership, nouveau contrat, Arbeitsgesellschaft) d. h. an dem beim Jahres schlüsse, nach Aufstellung der Bilanz, sich herausstellenden Nutzen erscheint mir aus mehrfachen Gründen unpractisch, ja sogar schädlich. Ich halte sie, weit entfernt ein Mittel zur Verwischung der Klassen-Gegensätze zu sein, vielmehr geeignet, nur noch tiefere Zerwürfnisse zwischen Arbeitgebern und -Nehmern herbeizuführen. Eine jede größere Gemeinschaft von Personen verschiedener Bildungsstufen, Fähigkeiten , Leistungen, die auf die Erreichung bestimmter Ziele gerichtet ist, verlangt eine Unterwerfung der Einzelnen unter die höheren Zwecke des Ganzen; diese Unterwerfung wird um so größer und unbevingter sein müssen, einerseits, je mehr die Leitung des Unternehmens nur von Wenigen ausgeführt werden kann, andererseits, je größer der Abstand der Fähigkeiten der großen Masse von der der Leiter ist. Beide Momente walten' in der gewerblichen Unternehmung in hohem Grade vor. Wie auf wenigen Gebieten beruht hier das Wohl und Wehe des Ganzen auf der Capacität einer oder weniger Personen, der Unternehmer; mangelt den Arbeitnehmern, und auch den tüchtigsten, die däs Gelingen der Unternehmung verbürgenden Eigenschaften des Unternehmers. Und grade dieser Grundpfeiler des Gedeihens der Unternehmung: die ungeschmälerte Autorität der Leitung erscheint mir durch die Betheiligung der Arbeiter am Unternehmer-Gewinn gefährdet. Daß diese Autorität eine,nnumstößliche Nothwendigkeit ist, aner kennen selbst die begeisterten Vertreter des in Rede stehenden Systems: Charles Robert (la suppression des greves par l’association aux bene- fices, Paris 1870) sagt wörtlich: Je deolare nettcment, que le maintient de l’autorite, je dirai meme de la dictature du patron est un des prinoipes fondamentaux de 1 Association aux benefioes. Les personnes, qui ont fondd des assooiations oooperatives savent que le gdrant doit disposer de pouyoirs e'tendus. H e n est de mdme, ä plus forte raison du patron. II est le chef, le directeur, il a la responsabilite yis-a-vis des tiers; il a engage ses capitaux; il a le droit de commander et de stipuler expressdment le maintient de ce droit. L’immixtion des ouvriers dans la gestion serait deplorable; ce serait le desordre, l’anarchie, la ruine: les plus intelligents le savent bien; ils comprennent parfaitement que la diyision du travail est