24 Weigert. günstigere, als wo jener maßgebend ist. Welches soll ferner das Aequivalent für die Arbeitsleistung des Unternehmers sein? Seine Feststellung steht in der Hand des Unternehmers. Neue Quelle von Unzufriedenheit. Und doch wie verschieden ist diese Arbeitsleistung! Wie anders in einem Unternehmen, das der Mode unterworfene Waaren erzeugt, als in dem, welches Stapel artikel fabricirt, in einem Geschäft, dessen Rohstoffe mannichfach sind, große Kenntniß beim Einkauf erfordern und in dem, welches nur einfache leicht zu unterscheidende Materialien verwendet. Unzählige Variationen lassen sich anführen und der Arbeiter wird sich häufig für benachtheiligt halten. Dieser Betrag vergrößert sich mit der Zahl der Unternehmer in einer Fabrik. Die Aufnahme eines neuen Associes beeinträchtigt vielleicht den Nutzen der Arbeiter! Wie soll endlich das im Unternehmen arbeitende Capital normirt und wie hoch dessen Verzinsung angenommen werden? Auch hierin liegt ein wesentlicher Factor, der den zur Vertheilung kommenden Nutzen erhöhen oder schmälern kann. Alle diese Differenzen, die nicht durch allgemeine Grund sätze aus der Welt zu schaffen sind, werden die Gewinnantheile der Arbeiter in den einzelnen Unternehmungen der nämlichen Branche und desselben Ortes zu sehr verschiedenem machen, Unzufriedenheiten unter ihnen, neue Zwietracht zwischen ihnen und den Unternehmern schaffen. — Wenden wir uns jetzt zu der wirthschaftlichen Seite der Frage. Hier ist vor allem die Kehrseite des Unternehmer-Gewinns, der Unter nehmerverlust ins Auge zu fassen. Eine Theilnahme am Gewinn involvirt nothwendig eine Theilnahme am Verlust; ohne letztere' ist erstere nicht denk bar, wenn das Verhältniß ein logisches, rechtliches und nicht ein Almosen- Verhältniß sein soll. Einen Verlust ertragen können, setzt das Vorhandensein von Capital voraus, aus welchem derselbe, ohne die Existenz des Eigenthümers zu gefährden, bestritten werden kann. Solche Capitalisten sind die Arbeiter nicht, und haben sie kleine Ersparnisse gemacht, so sollten diese am aller wenigsten industriellen Risiken ausgesetzt werden. Eben weil das Risiko in gewerblichen Unternehmungen ein sehr bedeutendes ist, muß der Nutzen des selben ein größerer sein. Derselbe ist jedoch nur zu einem Theil als die Risikoprämie des im Geschäfte arbeitenden Capitals anzusehen und zum andern als Unternehmer-Gewinn zu betrachten, der einerseits das Aequivalent der Arbeitsleistung des Unternehmers repräsentirt, andererseits das moralische Risiko desselben ausdrückt, durch welches er dem Capitalisten eine Gewähr für die Sicherheit seiner Einlage bietet. Wir können uns zwei gleiche Unter nehmungen denken, welche mit gleichen: geliehenen Capital arbeiten, gleich renssiren und von denen das eine dem Unternehmer einen größeren Nutzen abwirft, als das andere, weil er vermöge seiner Persönlichkeit sein Capital zu geringerem Zinsfuß erhält wie der andere! Wie schwankend die Gewinne in den meisten Geschäften sind, wie oft auf ein günstiges Jahr lange Zeiten kommen, in denen ohne Gewinn oder mit Verlust gearbeitet wird, weiß jeder Unternehmer, nur durch das Sammeln in günstiger Zeit wird das Ertragen dieser Verluste möglich gemacht. Diesen wechselnden Chancen des Unternehmer-Gewinns gegenüber steht der stabile