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III.  Kartei!  und  Konjunktur.

Stabilität  des  Marktes  Hervorrufen,  als  sie  vielleicht  durch
höher  entwickelte  Kartelle,  durch  Syndikate 1 ),  bewirkt  werden ­
  könnte.  Es  ist  sogar  der  Fall  da  gewesen,  daß  sie  noch
eine  größere  Unsicherheit  und  Unregelmäßigkeit  auf  dem,
Markte  hervorrufen,  als  sie  bei  freier  Konkurrenz  schon  vorhanden ­
  war 1  2 ).  Auch  kann  die  durch  die  Tätigkeit  eines  Kartells ­
  bewirkte  Besserung  der  Konjunktur  die  Konkurrenz
wecken  und  der  nun  folgende  Kampf  tnit  den  Outsidern  eine
erneute  Beunruhigung  des  Marktes  durch  Preisunterbietungen ­
  verursachen.  Diese  Angebotspolitik  der  Kartelle  ist
gewöhnlich  mit  Produktionseinschränkungen  verknüpft,  man
sucht  nur  die  Konkurrenz  zu  verdrängen,  allgemein  die  Produktion ­
  zu  Schleuderpreisen  abzusetzen  vermeidet  man.  Dadurch ­
  werden  aber  natürliche  Arbeitskräfte  entbehrlich,  was
von  besonderem  Nachteile  für  die  Arbeiter  verbunden  ist,
wenn  dieser  Kampf  Jahre  hindurch  dauert  und  dennoch  ohne
Erfolg  geführt  wird.  Gelingt  es  aber  dem  Kartell,  seine  Absichten ­
  durchzuführen  und  sich  womöglich  zu  einer  fester
entwickelten  Organisationsform  durchzuringen,  dann  können
die  zeitweiligen  Nachteile  für  die  Arbeiterschaft  durch  die
später  umso  mehr  mögliche  Produktionsregulierung,  in  Vorteile ­
  Umschlagen.
Kartelle,  die  nicht  in  der  Lage  sind,  der  Konkurrenz
wirksam  entgegenzutreten,  sind  daher,  was  die  Kontinuität
des  Arbeitsverhältnisses  angeht,  für  die  Arbeiter  von  geringerem ­
  Vorteil.  Das  trifft  insbesondere  für  solche  Kartelle
zu,  die  auch  für  den  Export  arbeiten  und  deren  Produkte
daher  im  Auslande  nach  wie  vor  den  schwankenden  Konjunkturen ­
  des  Weltmarktes  unterliegen,  sofern  nicht  durch  ein
internationales  Kartell  sowohl  das  einheimische  als  auch  das
ausländische  Absatzgebiet  gesichert  ist 3 ).  Andererseits  kann
1)  Z.  B.  durch  unsere  höchstentwickelten  Syndikaten:  Rheinisch-Westfälisches
  Kohlensyndikat  und  Stahlwerksverband.
2)  L.  B.  wurde  durch  das  Feinblechsyndikat  eine  starke  Beunruhigung ­
  des  Marktes  durch  dessen  für  die  kartellierten  Betriebe  geradezu ­
  ruinöse  Preisunterbietungen,  die  die  Konkurrenz  töten  sollten,
hervorgerufen.  Die  hierdurch  erbitterten  Kartellmitglieder  lösten  nicht
zum  wenigsten  nur  aus  diesem  Grunde  im  Jahre  1904  das  Syndikat  auf.
3 )  Aus  diesem  Grunde  haben  sich  eine  ganze  Reihe  von  internationalen ­
  Kartellen  gebildet,  z.  B.  das  Internationale  Schienenkartell,  der
Internationale  Verband  der  Seidenfärbereien,  das  Internationale  Kartell
der  Emaillierwerke,  die  Internationale  Pneumatik-Konvention,  das  Internationale ­
  Thoriumsyndikat  und  viele  andere.