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III.  Kartell  und  Konjunktur.

in  Zeiten  der  Depression  Anspruch  darauf,  daß  man  sich
dieser  Tatsachen  erinnert  und  daß  man  daran  denkt,  daß  das
Wesen  eines  Syndikates  darin  besteht,  die  Preise  möglichst
auf  einer  gleichen  Linie  zu  halten  und  eine  möglichst  gleichmäßige ­
  Beschäftigung  zu  erstreben,  zu  Nutz  und  Frommen
nicht  allein  der  Kartellmitglieder,  sondern  auch  ihrer  Arbeiterschaft. ­

Als  nun  das  Rh.-W.  Kohlensyndikat  wegen  seiner  Preispolitik ­
  der  Gegenstand  schärfster  Angriffe  wurde,  insbesondere ­
  deshalb,  weil  es  beim  Abflauen  der  Hochkonjunktur ­
  1906/07  die  Preise  nicht  sofort  den  „Verhältnissen  entsprechend“ ­
  ermäßigt  habe,  haben  Industrielle  eindringlich
darauf  hingewiesen 1 ),  daß,  wenn  das  Syndikat  jetzt  zu  einer
erheblichen  Herabsetzung  der  Preise  schreiten  würde,  es
gerade  dadurch  die  Kaufkraft  und  Verbrauchskraft  von  Millionen ­
  schwächen  und  die  Krise  erheblich  verschärfen  würde.
Herabgesetzte  Preise  in  der  Kohlenindustrie  veranlassen  aber
naturgemäß  die  Unternehmer,  möglichst  auch  eine  Verminderung ­
  der  Produktionskosten  zu  erzielen.  Herabgesetzte  Produktionskosten ­
  bedeuten  aber  in  erster  Linie  herabgesetzte
Löhne  und  Einschränkung  der  Neuanschaffungen  und  der  Bestellungen ­
  auf  allen  Gebieten.  Solche  Maßnahmen  würden
also  gerade  das  Gegenteil  bewirken,  als  die  Kaufkraft  der
heimischen  Bevölkerung  zu  erhalten  und  weiter  zu  entwicklen.
  Zwingt  man  den  Kohlenbergbau  dazu,  die  Löhne
herabzusetzen  und  seine  Bestellungen  auf  ein  Mindestmaß
zu  beschränken,  so  bedeutet  das  für  ganze  Kreise  und  für
große  Industriezweige,  die  für  den  Bergbau  arbeiten,  eine
Vertiefung  der  schlechten  Konjunktur.
Aus  der  Tabelle  der  Durchschnittsjahrespreise  von  Kohlen, ­
  Koks  und  Briketts  im  Oberbergamtsbezirk  Dortmund
ergibt  sich,  daß  gegenüber  dem  Tiefstand  bei  der  Depression ­
  um  die  Jahre  1902—1905  der  niedrigste  Preis  für  Hochofenkoks ­
  4  Jahre  lang  mit  15  M.  unverändert  beibehalten
worden  ist,  daß  er  dann  1  Jahr  lang  um  0,87  M.,  und  ein
weiteres  Jahr  den  gleichen  Betrag  hinzugerechnet  höher
stand,  und  daß  er  dann  um  3.50  M.  höher  stand  als  während
des  Tiefstandes  von  1902;  er  hat  aber  während  der  ganzen
*)  Nach  einem  Bericht  der  Deutschen  Bergwerkszeitung  vom
29.  März  1907.