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III.  Kartell  und  Konjunktur.

bis  1908  deutlich  erkennen  lassen.  In  den  letzten  Monaten
der  Roheisensyndikate  lag  das  Geschäft  völlig  darnieder  und
die  Preise  waren  nur  noch  nominell.  Die  bevorstehende
Auflösung  der  Syndikate  warf  ihre  Schatten  bereits  voraus
und  noch  während  der  Syndikatszeit  begann  der  Preissturz.
In  kurzen  Zwischenräumen  schwankte  der  Preis  erheblich.
Während  die  großen  Syndikate  in  derselben  Zeit  nur  wenige
Male  eine  Preisveränderung  Vornahmen,  (das  Rh.  W.  Kohlensyndikat ­
  erhöhte  die  Preise  zum  1.  April  1908,  ermäßigte  sie
zum  1.  April  1909  (Hochofenkoks  und  Kokskohle  wurden
zweimal,  zum  1.  Januar  und  1.  Oktober  1909  ermäßigt),  der
Stahlwerksverband  ermäßigte  die  Preise  für  Halbzeug  zweimal, ­
  zum  1.  Januar  und  1.  Juli  1908,  für  Träger  nur  zum
1.  Januar  1909)  vollzog  sich  die  Preisbewegung  in  dem  nunmehr ­
  nichtsyndizierten  Roheisen  ganz  anders.  Der  Roheisenpreis ­
  betrug  nach  der  Düsseldorfer  Notierung  in  den
ersten  Monaten  1908  79  M.  für  deutsches  Oießereieisen  I,  71  für
III,  vom  6.  März  ab  76  bezw.  71  M.  vom  3.  Juli  ab  72  bezw.
69  M.;  am  2.  Januar  1908  wurden  59—60  bezw.  58—59  M.
notiert.  Die  Preise  sanken  weiter,  bis  sie  am  30.  Juli  mit
54—56,  bezw.  53—55  M.  ihren  tiefsten  Stand  hatten.  Seit
3.  Dez.  zogen  die  Preise  wieder  an  und  notierten  60—62  bezw.
59—61  M.  Ähnlich  war  die  Preisbewegung  des  zu  jener  Zeit
noch  nicht  syndizierten  Stabeisen  und  Blech;  längere  Zeit
hindurch  waren  die  Verkaufspreise  nicht  unwesentlich  niedriger ­
  als  die  Herstellungskosten 1 ).  Einer  solchen  Preisbewegung ­
  gegenüber,  wie  sie  insbesondere  auch  die  Preise  für
Stabeisen  und  Blech  in  nebenstehender  Tabelle  zeigen,  sind
die  Preise  der  syndizierten  Artikel  gewiß  als  stabil  zu  bezeichnen ­
 2 ).

*)  Vgl.  hierüber  ferner  die  Mitteilungen  des  Berg-  und  Hüttenmännischen ­
  Vereins  zu  Siegen,  1910,  Heft  32,  p.  30  ffi  Es  heißt  dort:
„Nach  dieser  Verkaufspanik  Ende  1908  gab  es  einige  Beruhigung  bis
zum  3.  Vierteljahr  1909,  wo  der  ebenfalls  von  den  Werken  des  Ruhrbezirks ­
  eingeleitete  Kampf  um  den  Absatz  für  das  ganze  Jahr  1910  entbrannte; ­
  bei  diesem  Kampfe  wurden  die  Preise  teilweise  noch  mehr
geworfen  als  bei  dem  Verkaufssturme  Ende  1908.“  Auch  für  1909
wurden  nach  diesem  Berichte  Preise  erzielt,  die  im  besten  Falle  die
Selbstkosten  deckten.  Nirgends  herrschte  volle  Beschäftigung  und  eine
Reihe  von  Hütten  zog  es  vor,  dauernd  oder  zeitweise  still  zu  liegen.
2 )  Dies  wird  konstatiert  u.  a.  im  Berliner  Jahrbuch  für  Handel  und  Industrie, ­
  1909.