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III.  Kartell  und  Konjunktur.

von  Eisenbahnmaterial  befassen,  mit  in  die  Krisis  hinein
und  zu  dem  Heer  der  Notleidenden  wurden  auf  diese  Weise
weitere  Hundertausende  gesellt,  deren  Kauf-  und  Verbrauchskraft ­
  vernichtet  oder  geschwächt  war.  Der  Staat
selbst  aber  kontrahierte  durch  diese  „Klugheit“  einen  Schaden ­
  von  vielen  Millionen,  denn  während  er  in  diesen  Zeiten
der  schlechten  Konjunkturen  Schienen,  Lokomotiven,  Wagen
und  alles  sonstige  Eisenbahnmaterial  zu  sehr  billigen  Preisen
hätte  erstehen  können,  wartete  er  bis  wieder  Hochkonjunktur ­
  eintrat,  wo  er  dann  einen  um  20—25  o/o  höheren  Preis
bezahlen  mußte.  Das  waren  dann  die  „Ersparnisse“,  ganz
abgesehen  von  der  Not,  die  über  ganze  Industrien  und  alle
von  ihr  abhängigen  Bevölkerungskreisen  gebracht  wurde.
Aber  auch  jetzt  noch  hat  es  sich  ereignet,  daß  der  vom
Stahlwerksverband  ausgesprochene  Wunsch 1 ),  daß  die  Eisenbahnverwaltung ­
  auch  ihrerseits  dazu  beitragen  möchte,  der
Eisenindustrie  über  die  Zeit  geringerer  Beschäftigung  hinwegzuhelfen ­
  und  ihr  und  ihren  Arbeitern  umfangreiche  Betriebseinschränkungen ­
  mit  dem  damit  verbundenen  Ausfall  an
Frachten  usw.  zu  ersparen,  leider  nicht  in  Erfüllung  gegangen
ist.  Wie  die  Eisenindustrie  für  die  großen  in  ihr  angelegten
Kapitalien  den  Hauptwert  auf  die  Stetigkeit  der  Beschäftigung ­
  zu  legen  hat,  und  dadurch  auch  im  Interesse  ihrer
Arbeiterschaft  handelt,  so  dürfte  doch  auch  die  Eisenbahn
aus  denselben  Erwägungen  eine  stabile  und  gleichmäßige
Tätigkeit  des  Betriebes  vorziehen.  Deshalb  hat  auch  sie
das  größte  Interesse  daran,  nach  Möglichkeit  krisenausgleichend ­
  zu  wirken.  So  aber  mußte  der  Stahlwerksverband 2 )
die  zweifellos  für  unser  gesamtes  Wirtschaftsleben  zu  beklagende ­
  Tatsache  feststellen,  daß  der  größte  Abnehmer
auf  dem  Eisenmarkte  infolge  der  langdauernden  ungünstigen
Finanzlage  und  unter  dem  Drucke  der  Sparsamkeitserlasse
nicht  nur  zur  Linderung  des  Arbeitsmangels  in  den  Werken
dieses  Syndikates  hat  beitragen  können,  sondern  sogar  be-T
  In  dem  Geschäftsberichte  des  Stahlwerksverbandes  für  1907.
Ebenso  haben  die  Berichte  der  „Statistik  der  oberschlesischen
Berg-  und  Hüttenwerke“  wiederholt  nachdrücklich  betont,  wie  übel
angebracht  eine  starke  Einschränkung  des  Staatsbedarfs  in  Zeiten
schlechter  Konjunktur  sei.
3 )  Geschäftsbericht  des  Stahlwerksverbandes  für  1908,  p.  5.