iV.  Kartell  und  Lohnverhältnisse.

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wie  in  Zeiten  wirtschaftlichen  Niederganges,  in  denen  der  Arbeitgeber ­
  der  Stärkere  ist.  Die  Anpassungsfähigkeit  des
Saarbrücker  Bergbaues  an  die  Konjunkturschwankungen  liegt
deshalb  nicht  in  der  Möglichkeit,  die  Arbeitskräfte  und  ihre
Ausnutzung  zu  vermehren  oder  zu  vermindern,  sondern  lediglich ­
  in  der  Möglichkeit,  durch  Betriebsdispositionen  die
vorhandene  Summe  von  Arbeitskraft  je  nach  der  Konjunktur ­
  verschieden  zu  verwenden,  sie  bei  schlechten  Kohlenpreisen ­
  mehr  in  die  „unproduktiven“  Aus-  und  Vorrichtungsarbeiten, ­
  bei  guter  Konjunkutr  mehr  in  die  „produktiven“
Abbauarbeiten  zu  verschieben.  Eine  möglichst  zweckmäßige
Ausnutzung  dieser  überaus  wertvollen  Möglichkeit  wird  aber
durch  die  Starrheit  des  staatlichen  Etatierungswesens  und
die  starke  Abhängigkeit  des  Bergetats  von  der  allgemeinen
Finanzlage  des  Staats  nicht  unwesentlich  erschwert.  Es  sprechen ­
  hier  vielfach  die  gleichen  Fragen  mit,  die  der  weitern
Öffentlichkeit  durch  die  Besprechung  des  geldlich  so  viel
wichtigem  Eisenbahnetats  geläufig  geworden  sind.  Aufnahmen ­
  von  Anleihen  für  produktive  Neuanlagen  und  Schaffung ­
  eines  Ausgleichsfonds  sind  praktische  Wege,  die  einer
staatlichen  Betriebsverwaltung  wenigstens  einen  Teil  der  Beweglichkeit ­
  geben,  die  jedes  wirtschaftliche  Unternehmen
nötig  hat,  um  den  schnell  wechselnden  technischen  und  wirtschaftlichen ­
  Anforderungen  zur  rechten  Zeit  und  mit  dem
geringsten  Geldaufwand  gerecht  zu  werden.  Um  welche
Summen  es  sich  hier  handelt,  zeigt  eine  rohe,  aber  doch
ziemlich  zutreffende  Schätzung:  Ein  Mehr  oder  Weniger  von
10  Pf.  Durchschnittslohn  bedeutet  bei  einer  zurzeit  mehr  als
50  000  Mann  betragenden  Belegschaft  und  einer  jährlichen
Anzahl  von  annähernd  300  Schichten  rund  1  */*  Millionen  Mark
weniger  oder  mehr  für  den  Etat  der  Bergwerksdirektion
Saarbrücken.
Nachdem  Herbig  einen  solchen  ungünstigen  Einfluß  der
Lohnpolitik  (im  engeren  Sinne)  auf  die  wirtschaftlichen  Ergebnisse ­
  festgestellt  hat,  versucht  er  anderseits  mit  Angaben
über  die  wachsende  Lebensdauer  und  den  zunehmenden  Besitzstand ­
  der  Belegschaft,  einen  zahlenmäßigen  Beweis  für
die  Erfolge  der  von  der  Bergverwaltung  mit  Hilfe  ihrer
Lohnpolitik  getriebenen  Sozialpolitik  zu  führen.  Die  Ansicht ­
  Herbigs  kann  man  etwa  in  die  Worte  zusammenfassen: