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IV.  Kartell  und  Lohnverhältnisse.

schlossen.  Aber  es  ist  doch  eine  annähernde  Ermittelung
einer  vergleichbaren  Ziffer  für  1895  möglich,  da  zahlreiche
Berufsgenossenschaften  oder  doch  einzelne  Sektionen  von
Berufsgenossenschaften  schon  vor  1901  die  tatsächliche  bezahlten ­
  Lohnsummen  mitgeteilt  haben.  Ebenso  ist  das  jeweilige ­
  Verhältnis  von  Versicherten  zu  Vollarbeitern  einigermaßen ­
  zutreffend  zu  eruieren.  Nimmt  man  nun  für  1895
eine  entsprechende  Erhöhung  des  Durchschnittsverdienstes
von  annähernd  rund  10%  der  oben  angegebenen  Ziffer  für
1895  an,  so  hat  man  die  die  Vergleichbarkeit  abschließenden
Momente  beseitigt,  so  daß  man  wahrscheinlich  den  Jahresverdienst ­
  eines  Vollarbeiters  für  das  Jahr  1895  eher  zu  hoch
als  zu  niedrig  festgestelit  hat.  Würde  man  den  Vergleich
erst  mit  dem  Jahre  1901  beginnen  lassen,  so  würde  sich  für
dieses  Jahr  der  Jahresdurschnittslohn  eines  Vollarbeiters  auf
rund  840  M.  stellen.  Wir  haben  also  folgende  3  vergleichbare
Ziffern:  für  das  Jahr  1895  746,68,  für  das  Jahr  1901  840,00
und  für  das  Jahr  1906  1027,59  M.  Von  1895  bis  1901  beträgt
die  Steigerung  insgesamt  93,32  oder  jährlich  15,55  M.  von
1901  bis  1906  187,59  oder  jährlich  37,52  M.  Von  1895  bis
1906  stellt  sich  die  Steigerung  auf  rund  281  M.  oder  auf  37
bis  38%  des  Ausgangsjahres.  In  dieser  Progression  ist  der
Nominallohn  gestiegen.
Aber  auch  die  Warenpreise  haben  seit  1895  eine  ganz  erhebliche ­
  Erhöhung  erfahren,  so  daß  damals  mit  einer  Mark
mehr  Ware  gekauft  werden  konnte  als  im  Jahre  1906.  Es  ist
nun  die  Frage  aufzuwerfen,  ob  es  möglich  ist,  die  Veränderung ­
  der  Warenpreise  festzustellen,  so  daß  der  Grad  der
Verteuerung  respektive  Verbilligung  des  Konsums  ersichtlich ­
  wird.  Calwer  hat  zur  Erreichung  dieses  Zweckes  folgende ­
  Methode  eingeschlagen:  Bekannt  sind  von  den  wichtigsten ­
  Waren  die  Quantitäten,  die  jährlich  vom  Markte  aufgenommen ­
  werden  und  größtenteils  auch  in  den  Konsum
übergehen.  Die  Quantitäten  dieser  Waren  stehen  zu  einander
in  einem  bestimmten  Verhältnis,  so  daß  zum  Beispiel  der
Menge  nach  auf  3,29  Teile  Weizen  erst  0,70  Teile  Schweinefleisch ­
  aber  64,84  Teile  Steinkohle  kommen.  Um  den  Einfluß
der  Warenpreisveränderungen  auf  den  Konsum  festzustellen,
darf  man  sich  nicht  mit  dem  Einheitspreis  einer  Ware  pro
Doppelzentner  oder  Tonne  begnügen,  sondern  muß  auch  die