IV.  Kartell  und  Lolmverhältnisse.

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Die  Zahlen  können  zwar  auf  absolute  Zuverlässigkeit
keinen  Anspruch  machen,  weil  sie  zum  Teil  auf  entlehnten
Zahlen  aufgebaut  sind.  Es  ist  aber  anzunehmen,  daß  sie
für  die  Unternehmer  nicht  zu  ungünstig  aussehen.
Ebenso  haben  die  Mitglieder  des  Kohlensyndikates  zum
Teil  eine  recht  hohe,  während  des  Bestehens  des  Syndikates
vielfach  ständig  steigende  Dividende  verteilt.  Leider  sind
Angaben  über  gezahlte  Dividenden  vor  der  Zeit  des  Syndikates ­
  nicht  zur  Hand,  weshalb  ein  Vergleich  nicht  stattfinden ­
  kann.  Über  die  Höhe  der  Dividenden  der  bedeutendsten ­
  Bergwerksgesellschaften,  die  Mitglieder  des  Kohlensyndikates ­
  sind,  gibt  die  nebenstehende  Tabelle  über  die  Zeit
seit  Gründung  des  Syndikates  Aufschluß.  Allerdings  geben
nicht  alle  Kohlenbergwerke  des  Syndikates  solche  Dividenden.
Es  gibt  eine  große  Reihe  Werke,  die  aus  verschiedenen  Gründen ­
  sich  mit  einer  niedrigeren  Rente  begnügen  mußten  oder
gar  mit  Verlust  arbeiteten.  Sie  sind  aber  durchweg  von  geringer ­
  Bedeutung  und  zum  Teil  auch  in  den  letzten  Jahren
von  größeren  Werken  angekauft  worden.  Dann  ist  zu  beachten, ­
  daß  an  einigen  Stellen  das  Anlagekapital  in  früheren
schlechten  Zeiten  zusammengelegt  worden  ist,  so  daß  also
hier  die  Gewinnzahlen  nicht  der  wirklichen  Kapitalrente  entsprechen. ­
  Hierzu  äußert  sich  jedoch  Goetzke 1 ):  „Es  fällt
dies  um  so  weniger  bei  einer  Durchschnittsberechnung  ins
Gewicht,  als  solchen  Zusammenlegungen  des  Kapitals  in
neuerer  Zeit  Erhöhungen  ohne  wirkliches  Geldbedürfnis,  sogar ­
  Auseinanderziehungen,  gefolgt  sind,  damit  die  Prozentsätze ­
  der  Dividenden  nicht  allzusehr  in  den  Himmel
wüchsen.“  Die  meisten  Mitglieder  des  Syndikates  haben
unter  seiner  Herrschaft  dauernd  ausreichende  und  zuweilen
recht  hohe  Gewinne  zu  verzeichnen  gehabt,  der  Preis  der
Kohlen  wird  vom  Syndikat  so  hoch  gehalten,  daß  er  mindestens ­
  die  Gestehungskosten  der  unter  ungünstigen  Bedingungen ­
  arbeitenden  Syndikatsmitglieder  deckt.  Dabei  werden ­
  den  günstiger  arbeitenden  Zechen  mindestens  gute  Verzinsung ­
  ihres  Kapitals  und  zum  Teil  auch  außerordentlich
hohe  Monopolrenten  Zufällen.
Aber  nicht  allein  der  Ruhrkohlenbergbau,  auch  der
Kohlenbergbau  in  anderen  Revieren  ist  ebenfalls  sehr  ein-T
  Goetzke,  a.  a.  O.,  p.  76.