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IV.  Kartell  und  LoKhverhältnisse.

gungen  der  Bergwerksbesitzer,  wodurch  diesen  sogar  meist
dauernd  gute  Renten  gesichert  sind.  Deshalb  aber  können
sie  auch  auskömmliche  Löhne  zahlen  und  auch  die  sonstigen
Lasten  tragen.
Deutlich  läßt  sich  auch  der  Einfluß  der  Kartelle  auf  die
Entwicklung  der  Rentabilität  der  chemischen  Großindustrie,,
die  seit  den  90  er  Jahren  in  stetem  Aufsteigen  begriffen  ist,,
verfolgen;  jedoch  gibt  die  Höhe  der  bisher  erzielten  Gewinne ­
  keinen  Anlaß  zu  der  Annahme,  daß  diese  Kartelle  den
Unternehmern  auf  Kosten  der  Konsumenten  übermäßigen
Profit  sichern 1 ).
Es  sind  ja  nun  sowohl  die  Löhne  als  auch  die  sonstigen
Selbstkosten  gestiegen  und  nicht  mit  Unrecht  weisen  die
Unternehmer  darauf  hin.  Betrachten  wir  diese  für  unsere
Berechnung  wichtigen  Momente,  so  ergibt  sich *  2 ),  daß  der
Wert  der  Tonne  am  Ursprung  im  Ruhrrevier  (der  mit  dem
Verkaufserlös  zwar  nicht  identisch  ist,  aber  doch  in  seiner
Entwicklung  mit  ihm  parallel  läuft)  im  Durchschnitt  der
Jahre  1886/92  (frühere  Jahre  konnten  nicht  berücksichtigt
werden,  da  die  amtlichen  Lohnnachweisungen  nicht  weiter
zurückreichen)  6,18  M.  betragen  hat,  wogegen  er  sich  in
der  Syndikatszeit  (1893/04)  auf  7,54  M.  stellte.  Von  dieser
Steigerung  um  1,36  M.  beanspruchte  der  Mehraufwand  an
Lohn  pro  Tonne  (einschließlich  des  Gehaltes  der  technischen
Grubenbeamten)  allein  1,07  M.,  indem  der  Lohnbetrag  auf
die  Tonne  von  3,38  M.  in  1886/92  auf  4,45  M.  in  der  Syndikatszeit ­
  stieg.  Ferner  erhöhten  sich  die  Ausgaben  für  die  soziale
Versicherung  von  0,33  M.  auf  0,49  M.,  was  ein  Mehr  von
0,16  M.  bedeutet.
Hinsichtlich  der  Entwicklung  des  Aufwandes  an  Steuern
und  Verwaltungskosten  stehen  für  das  ganze  Revier  keine
Angaben  zur  Verfügung,  wohl  aber  sind  solche  den  Geschäftsberichten ­
  der  Gelsenkirchener  Bergwerksaktiengesellschaft ­
  zu  entnehmen,  welche  bei  ihrer  Größe  einen  mittleren
J )  Die  Höhe  der  durchschnittlichen  Dividenden  der  Aktiengesellschaften ­
  dieser  Industrie  geht  aus  der  Tabelle  über  die  Arbeitslöhne  usw.
in  der  chemischen  Industrie  hervor.
2 )  Nach  den  Angaben  von  Dr.  Jüngst,  Arbeitslohn  und  Unternehmergewinn, ­
  insbesondere  nach  seinem  Aufsatz,  das  Kohlensyndikat
im  Lichte  der  Kartelldenkschrift,  im  „Tag“  vom  2.  Juni  1907.