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iV.  Kartell  und  Lohnverhältnisse.

das  Geschäft  daniederlag  und  erst  mit  1896  ein  gewisser  Aufschwung ­
  einsetzte.
Wie  hoch  nun  die  Aufwendungen  sind,  die  einzelne
große  Werke  für  das  allgemeine  Interesse  und  das  Wohl
ihrer  Arbeiter  machen,  ergibt  sich  aus  einer  interessanten
Zusammenstellung,  die  sich  in  einer  Eingabe  des  Zentralverbandes ­
  deutscher  Industrieller  an  den  preußischen
Handelsminister  befindet 1 ).  Die  angeführten  Werke  sind  zum
Teil  Mitglieder  des  Rh.-W.  Kohlensyndikates,  des  Stahlwerksverbandes ­
  und  anderer  Kartelle.  Nach  dieser  Aufstellung
zahlte
die  Gelsenkirchener  Bergwerksgesellschaft  im
Jahre  1907  an  Staats-  und  Gemeindesteuern  2,1  Mill.  Mark,
zusammen  an  Steuern  und  für  soziale  Zwecke  6  Mill.  Mark
oder  74  o/o  des  Reingewinnes.  Die  Lasten  auf  den  Kopf  des
beschäftigten  Arbeiters  beliefen  sich  auf  149  Mark.
Phönix  zahlte  im  Geschäftsjahr  1907/08  für  Wohlfahrtszwecke ­
  und  Versicherungsbeiträge  3  Mill.  und  an  Steuern
1,9  Mill.,  zusammen  4,9  Mill.  Mark.  Der  Gewinn  belief  sich
auf  13,3  Mill.  Mark.  Die  nur  für  Arbeiterversicherung  und
Wohlfahrtszwecke  aufgewendete  Summe  machte  hiernach
allein  32&lt;y 0  des  Gewinns  aus.
Bei  Friedrich  Krupp  in  Essen  betrugen  in  der
Gewinn-  und  Verlustrechnung  für  1906/07  die  Steuern  4,1
Millionen  Mark,  die  Wohlfahrtsausgaben  4,48  Mill.  Mark,
zusammen  12,3  Mill.  Mark.  Der  Gewinn  für  1906/07  belief
sich  auf  24,8  Mill.  Mark,  so  daß  die  vorgenannten  Lasten
allein  fast  die  Hälfte  des  Gewinnes  ausmachten.
Die  Union  in  Dortmund  zahlte  im  Geschäftsjahr
1907/08  an  Steuern  0,3  Mill.  Mark  und  an  Versicherungsusw.
  Beiträgen  1,0  Mill.  Mark,  zusammen  1,3  Mill.  Mark,
einen  Betrag,  der  3,10  »/o  des  Aktienkapitals  ausmachte.  Der
Reingewinn  betrug  1,9  Mill.  Mark,  aber  nur  0,6  Mill.  Mark
mehr  als  der  Betrag  für  soziale  Zwecke.
Der  Bochumer  Verein  für  Bergbau  und  Qußstahlfabrikation
  verbrauchte  im  Geschäftsjahr  1970/08  als  Werk1 ­
 )  Enthalten  in  den  „Mitteilungen  der  Hauptstelle  Deutscher  Arbeitgeberverbände“ ­
  1909,  p.  42.
Weitere  Angaben  über  Ausgaben  großer  Montanunternehmungen
für  öffentliche  Lasten  und  Abgaben  sowie  Arbeiterwohlfahrt  enthalten  in
der  „Deutschen  Bergwerkszeitung“  vom  10.  Dezember  1910.