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V.  Kartell  und  Arbeiterorganisation.

polen  umzubilden.  In  den  Trust  und  den  öffentlichen  Betrieben ­
  zeigen  sich  aber  die  Entwicklungstendenzen  des  modernen ­
  Kapitalismus.  Sie  zeigen,  daß  die  Ideale  des  Sozialismus ­
  nicht  aus  der  Luft  gegriffen,  nicht  in  dem  Gehirn  ausgedacht, ­
  sondern  der  Wirklichkeit  entnommen  werden.  Diese
Entwicklung  zeigt,  daß  die  wichtigsten,  der  ganzen  gesellschaften
  Produktion  zugrunde  hegenden  Industrien  immer
mehr  zu  Monopolen  in  den  Händen  einer  kleinen  Gruppe  von
Millionären  werden,  die  ihre  Herrschaftsstellung  zur  schamlosesten ­
  Ausbeutung  der  weitesten  Volksklassen  benutzen.
Diese  Monopole  in  die  Hände  der  Gemeinschaft  überzuführen,
damit  sie  von  Ausbeutungsmitteln  zu  Grundlagen  einer
vernünftigen  Wirtschaft  werden  können,  muß  das  nächste
Ziel  einer  in  die  ökonomische  Entwicklung  eingreifenden  revolutionären ­
  Klasse  sein  .  .
Von  sozialdemokratischen  Parteiführern  und  ebenso  in
der  sozialdemokratischen  Presse  wird  nicht  selten  das  Thema
variiert:  „Wenn  schon  Monopol,  dann  Staatsmonopol“.  Es
sei  nicht  einzusehen,  warum  der  Staat,  wenn  er  Eisenbahnen
sein  eigen  nennt,  nicht  auch  die  zum  Betriebe  erforderlichen
Kohlen  direkt  aus  der  Mutter  Erde  beziehe,  warum  er  nicht
auch  Lokomotiven  bauen  und  Schienen  fabrizieren  solle.  Auch
der  sozialdemokratische  Abgeordnete  Bebel  hat  im  deutschen
Reichstage  gelegentlich  einer  Kartelldebatte  im  November
1902  gesagt,  daß  die  Kartelle  ein  Stück  wirtschaftlicher  Entwicklung ­
  seien,  es  gehe  unaufhaltsam  weiter,  vom  Kartell
zum  Trust,  vom  Trust  zur  Verstaatlichung  der  Industrie.  Gelegentlich ­
  der  Interpellationen  über  die  Kohlenteurung  im
Reichstage  im  November  1907 1 )  forderte  der  Sozialdemokrat
Molkenbuhr  die  „Expropriation  des  Kohlenkartells“,  ebenso
forderten  in  derselben  Sitzung  die  beiden  christlichen  Gewerkschaftssekretäre ­
  Giesbert  und  Behrens  die  Verstaatlichung ­
  der  Kohlenbergwerke  „als  einziges  Radikalmittel“.
Anläßlich  einer  Kartelldebatte  im  Reichstage  im  März  1908 2 ),
der  eine  Resolution  Spahn  und  Genossen;  Vorlage  eines  Gesetzentwurfes ­
  betreffend  Kartelle,  Trusts  und  ähnlichen  Vereinigungen ­
  zugrunde  lag,  erklärte  der  sozialdemokratische
Abgeordnete  Hoch:  „Wenn  es  nicht  möglich  ist,  die  Großbetriebe ­
  abzuschaffen,  dann  muß  man  einen  Schritt  weiter
1 )  58.  Sitzung  des  Deutschen  Reichstages  vom  26.  November  1907.
8 )  Reichstagsdrucksachen  Nr.  545.