V.  Kartell  und  Arbeiterorganisation.

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tim  und  die  gewaltigen  Machtmittel,  die  in  den  Händen  einer
Minderheit  zu  unerträglichen  Zuständen  für  die  Gesamtheit
führen,  in  das  Eigentum  der  Gesamtheit  überführen  und  das
wirtschaftliche  Leben  im  Interesse  der  Gesamtheit  nach  dem
Willen  und  den  Wünschen  der  Gesamtheit  regeln“.
Auch  Kautsky 1 )  fordert  die  Verstaatlichung  aller  monopolartigen ­
  Betriebe,  indem  er  erklärt:  ,,Diese  privaten  Monopole ­
  werden  heute  schon  unerträglich,  nicht  bloß  für  die
Lohnarbeiter,  sondern  für  alle  Klassen  der  Gesellschaft,  die
nicht  an  ihnen  einen  Anteil  haben.  Nur  die  Ohnmacht  der
bürgerlichen  Welt  gegenüber  dem  Kapital  hindert  sie,  ihnen
zu  Leibe  zu  gehen.  Eine  proletarische  Revolution 2 )  müßte
naturnotwendig  dahin  führen,  das  Privateigentum  an  diesen
Monopolen  aufzuheben.  Sie  sind  aber  heute  schon  sehr  ausgedehnt, ­
  beherrschen  heute  schon  in  hohem  Grade  das  ökonomische ­
  Leben  und  entwickeln  sich  rapid.  Ihre  Verstaatlichung ­
  und  Kommunalisierung  bedeutet  allein  schon  die  Beherrschung ­
  des  ganzen  Produktionsprozesses  durch  die  Gesellschaft ­
  und  ihre  Organe,  Staat  und  Gemeinde.“  Die  Verstaatlichung ­
  geht  dann  nach  Kautsky 3 )  in  ziemlich  harmlosen ­
  Formen  vor  sich:  „Privatschulden  werden  zu  Staatsschulden. ­
  Ist  es  eine  Aktiengesellschaft,  so  werden  die  Aktionäre ­
  Staatsgläubiger.“  Danach  können  die  weniger  gut
rentierenden  Unternehmungen  den  Moment  nicht  genug  herbeisehnen. ­

Eine  Verstaatlichung  unserer  privaten  Monopole  mit
ihren  zahlreichen  Einzelbetrieben  würde  aber  einen  solchen
gewaltigen  Verwaltungsapparat  benötigen,  daß  wer  Zeit  und
Arbeit  ins  Auge  faßt,  welche  die  Kontrolle  unserer  heutigen
an  Zahl  viel  geringeren  Staatsbetriebe  bei  der  Budgetberatung ­
  alljährlich  in  Anspruch  nimmt,  die  doch  unumgängliche
Kontrolle  einer  solchen  Zahl  von  Staatsbetrieben  für  ein  Ding
der  Unmöglichkeit  halten  muß 1 ).
J )  Kautsky,  Die  soziale  Revolution.  II.  Am  Tage  nach  der  sozialen
Revolution,  p.  9.
2 )  Kautsky,  a.  a.  O.,  p.  3  erklärt  zu  diesem  Wort:  „Ich  beeile
mich  zu  bemerken,  daß  ich  die  Revolution  für  einen  historischen  Prozeß ­
  halte,  der  mehr  oder  weniger  lange  dauern,  einen  Prozeß,  der  sich
jahrzehntelang  hinziehen  kann.“
3 )  Kautsky,  a.  a.  O.,  p.  10.
*•)  Ebenso  May,  Das  Grundgesetz  der  Wirtschaftskrisen,  p.  29.
Nach  May  lassen  sich  Betrieb  und  Kontrolle  bei  Kommunalregie  leich-12*
