V.  Kartell  und  Arbeiterorganisation.

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die  Verantwortung  das  Recht  eines  gewissen  in  den  Grenzen
bleibenden  Nutzens.  Zwar  werfen  die  Verfechter  der  Marxistischen ­
  Theorie  vom  alleinigen  Wert  der  Handkraft  dem
Unternehmer  Profitwut  und  Ausbeutung  vor,  weil  er  die
Kraft  des  Arbeiters  nach  Möglichkeit  ausnutzt.  So  heißt
es 1 ),  daß  im  großkapitalistischen  Unternehmen  die  Ausbeutung ­
  der  Arbeitskraft  am  raffiniertesten  durchgeführt  werde,
um  eine  möglichst  restlose  Hergabe  der  Leistungsfähigkeit
des  Arbeiters  zu  erzielen.  Natürlich  ist  jede  Übertreibung,
jede  Überspannung  der  Menschenkraft  zu  verwerfen.  Daß
das  Bestreben,  sie  möglichst  nutzbar  zu  machen,  aber  ganz
natürlich  ist,  ergibt  sich  auch  aus  der  Praxis  des  sozialdemokratischen ­
  Unternehmertums.  Denn  es  ist  Tatsache  —  das
haben  selbst  Genossen  aktenmäßig  zugegeben  —  daß,  wenn
Arbeiter  als  Arbeitgeber  auftreten,  sie  die  von  ihnen  Beschäftigten ­
  ebenso  rücksichtslos,  ja,  noch  rücksichtsloser  behandeln, ­
  wie  es  vielleicht  zuweilen  Privatunternehmer  tun.  Beweise ­
  dafür  finden  sich  vor  allem  in  der  Praxis  der  sozialdemokratischen ­
  Konsumvereine *  2 ).  Sie  beweist,  daß  die  Sozialdemokratie ­
  hohe  Forderungen  aufstellt  zugunsten  der
Angestellten  in  bürgerlichen  Betrieben,  daß  sie  aber  mitunter ­
  ihren  eigenen  Angestellten  nicht  annähernd  die  Arbeits-
  und  Lohnbedingungen  gewährt,  die  ihnen  in  anderen
bürgerlichen  Betrieben  gewährt  werden.
Die  Verstaatlichung  allein  ist  aber  nicht  das  Ziel  der
Sozialdemokratie.  Denn  nach  ihr  ist  der  jetzige  Staat
kein  Vertreter  der  großen  Volksgemeinschaft,  sondern  der
besitzenden  Klasse,  wie  ja  auch  in  Amerika  die  Trustherren
eine  Verstaatlichung  der  Trusts  schon  im  voraus  unwirksam
gemacht  hätten,  durch  ihre  Vertrustung  des  Staates.  Die
Grundbedingung  sei  daher  vor  der  Verstaatlichung  die  Besitzergreifung ­
  der  Staatsgewalt  durch  das  Proletariat.  Ist
aber  einmal  das  Proletariat  an  das  Staatsruder  gekommen,  so
ist  dann  das  Endziel  der  Entwicklung,  „die  Vereinigung  sämt-J
 )  In  einer  Besprechung  der  Stellung  des  Unternehmers  im  Produktionsprozeß ­
  im  Korrespondenzblatt  der  Oeneralkommission  der  Gewerkschaften ­
  Deutschlands,  im  Februar  1910.
2 )  Solche  Tatsachen  sind  zusammengestellt  in  der  Broschüre  von
Fritz  Stephan  Neumann  über  die  Sozialdemokratie  als  Arbeitgeberin
und  Unternehmerin.