V.  Kartell  und  Arbeiterorganisation.

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Arbeitsprozesses  auf  stets  wachsender  Stufenleiter.  .  .  Engels ­
  konnte  später  schon  die  Kartelle  oder  noch  mehr  als
wirkliche  Gebilde  in  ihrer  Wirksamkeit  und  in  ihrem  Wesen
beobachten  und  schrieb  dazu:  „Es  ist  dieser  Gegendruck
der  gewaltig  anwachsenden  Produktivkräfte  gegenüber  ihrer
Kapitaleigenschaft,  dieser  steigende  Zwang  zur  Anerkennung
ihrer  gesellschaftlichen  Natur,  der  die  Kapitalistenklasse  selbst
nötigt,  mehr  und  mehr,  soweit  dies  innerhalb  der  Kapitalistenverhältnisse ­
  überhaupt  möglich,  sie  als  gesellschaftliche
Produktivkräfte  zu  behandeln.“  Calwer  freut  sich,  sonach
konstatieren  zu  können,  daß  Engels  ganz  deutlich  den  in
sozialistischem  Sinne  fortschrittlichen  Charakter  der  Kartelle ­
  anerkannt  habe,  und  geht  nun  seinerseits  weiter,  indem
er,  wie  bereits  erwähnt,  die  Sozialdemokratie  auffordert,  die
kartellmäßige  Organisation  nach  Möglichkeit  zu  fördern.  Er
verurteilt  es,  daß  diese  Neubildungen  im  Wirtschaftskörper
noch  eine  ungünstige  Beurteilung  finden.  Die  Kirdorf,  Stinnes
und  Thyßen  seien  zwar  noch  sozialpolitisch  sehr  rückständig
und  sie  verdienten  deshalb  eine  überaus  scharfe  Verurteilung,
andererseits  aber  sollte  denn  doch  die  sozialdemokratische
Presse  nicht  vergessen,  den  Wert  dieser  Männer  für  die
sozialistische  Entwicklung  unserer  Wirtschaftsordnung  in  das
richtige  Licht  zu  stellen.
In  seinen  weiteren  Ausführungen  bringt  dann  Calwer
eine  Darlegung  von  der  Notwendigkeit  und  dem  Segen  des
Kohlensyndikates,  welches  den  rheinisch-westfälischen  Steinkohlenbergbau ­
  aus  einer  ganz  ungesunden  Lage  und  aus
unhaltbaren  Verhältnissen  zu  planmäßiger  Erzeugung  und
zur  Ordnung  erhoben  habe.  Schon  1886  richteten  einige
Tausend  Mitglieder  des  Märkischen  Knappschaftsvereins  ein
Gesuch  an  den  Preußischen  Handelsminister,  in  dem  weise
Selbstbeschränkung  in  der  Produktion  durch  gemeinsame  Bekämpfung ­
  der  Schleuderkonkurrenz  gewünscht  wurde.  Die
Misere,  sagt  Calwer,  war  so  nachhaltig,  daß  noch  einige  Zeit
nach  der  Gründung  des  Rheinisch-Westfälischen  Kohlensyndikates
  der  fünfte  internationale  Bergarbeiterkongreß  zu
Berlin  1894  jedes  zulässige  Mittel  als  berechtigt  empfahl,
durch  das  eine  Beseitigung  der  Überproduktion  erreicht
würde.  Von  den  damaligen  Zuständen  habe  man  heute  leider
kaum  eine  Ahnung;  denn  sonst  müßte  man  das  Eingreifen