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VII.  Kartell  und  soziales  Emporsteigen  der  Arbeiter.

einige  amerikanische  „Milliardäre“  sind  lebendige  Zeugen
davon.  Aber  das  sind  doch  nur  ganz  seltene  Ausnahmen,
die  sich  auf  der  Grundlage  ganz  besonderer  Tüchtigkeit
mit  sehr  viel  Glück  und  Zufall  entwickeln.  Die  große  Masse
kann  daran  nicht  denken.  Es  ist  dies  gewiß  nicht  die  erfreulichste ­
  Erscheinung  der  kapitalistischen  Wirtschaft,  daß  die
überwiegende  Mehrzahl  der  gewerblichen  Arbeiter  ihr  Leben
lang  aut  den  Ertrag  ihrer  Arbeit  angewiesen  ist,  während
dem  Gesellen  der  früheren  Zeit  noch  die  Aussicht  vorschwebte, ­
  auch  einmal  selbständig  zu  werden  und  einen,
wenn  auch  nur  geringen  Kapitalzins  zu  beziehen.  Es  sollte
aber  eigentlich  keiner  besonderen  Betonung  bedürfen,  daß
dies  in  der  ganzen  Entwicklung  unserer  wirtschaftlichen  Verhältnisse ­
  begründet  und  für  den  wirtschaftlichen  Fortschritt
unentbehrlich  ist.  Diese  Erscheinung  ist  aber  nicht  allein
durch  die  Kartellbildung  als  solche  hervorgerufen,  die  vielmehr ­
  nur  ein  neues  Glied  in  der  allgemeinen  Entwicklungskette ­
  bildet.  Der  erwähnte  Vorwurf  ist  daher  für  die  Kartelle, ­
  allerdings  nur  in  gewissem  Maße,  abzuweisen  und  dahin
zu  modifizieren,  daß  die  Kartellentwicklung,  in  der  die  Tendenz ­
  zur  Förderung  des  Großbetriebes  mit  enthalten  ist,  nur
ein  Selbständigwerden  des  Arbeiters  gegenüber  den  Aussichten ­
  unter  den  früheren  Verhältnissen  mehr  verhindert
um  nicht  zu  sagen,  unmöglich  macht;  andererseits  aber
kommt  das  Aufsteigen  in  eine  höhere  Arbeiterklasse  als  Vorarbeiter, ­
  Aufseher,  Platzmeister  und  dergl.  heute  mehr  in
Frage,  da  der  Großbetrieb  ein  zahlreiches  Heer  solcher
Unterbeamter  bedarf.
Betrachten  wir  die  Verhältnisse,  wie  sie  sich  bei  der
Arbeiterschaft  des  Ruhrreviers  während  der  Dauer  des  Rh.
W.  Kohlensyndikates  entwickelten,  so  ist  hier  zunächst  ein
Umstand  tief  zu  beklagen.  Die  gewaltige  Ausdehnung  des
Ruhrkohlenbergbaues  während  der  letzten  Jahrzehnte
brachte  nämlich  eine  Verringerung  des  Ansehens  des  Bergarbeiterstandes ­
  gegenüber  früheren  Zeiten  mit  sich.  Durch
die  zunehmende  Entwicklung  des  Bergbaus  reichte  die  einheimische ­
  Bevölkerung  nicht  aus,  die  erforderliche  Arbeiterzahl ­
  zu  stellen  und  die  Zechenbesitzer  waren  genötigt,  Arbeiter ­
  von  auswärts  und  zwar  auch  aus  dem  Auslande  heranzuholen. ­
  So  kam  es  schließlich,  daß  sich  bei  dem  ungeheuren