VII.  Kartell  und  soziales  Emporsteigen  der  Arbeiter.

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nehmen  des  unpersönlichen  Moments  in  der  Volkswirtschaft
betont  worden  und  auch  die  hierdurch  bewirkte  Entfremdung
zwischen  Arbeiter  und  Unternehmer.  Einen  fördernden  Einfluß ­
  auf  diese  Ausbildung  des  Arbeiterverhältnisses  haben
die  Kartelle  aber  nachweisbar  bisher  nur  in  der  Richtung
ausgeübt,  daß  sie  die  Entwicklung  der  Aktienunternehmung
erleichtern,  insofern  sie  im  Rahmen  eines  gut  funktionierenden ­
  Syndikats  unstreitig  ein  beträchtlicher  Teil  individueller
Unternehmertüchtigkeit,  vor  allem  kommerzieller  Individualität ­
  ausgeschaltet,  vielmehr  ihr  Hauptgewicht  auf  die  Betriebsorganisation, ­
  die  rationelle  Ausnutzung  der  Unternehmung ­
  im  Innern  gelegt  wird.  Man  kann  das  vielleicht  in
den  Satz  kleiden:  Für  die  Einzelunternehmung  im  Kartell
gewinnt  der  Techniker  vor  dem  Kaufmann  den  Vorzug,  welch
letzterem  dafür  in  der  Zentrale,  dem  Syndikat,  die  Hauptrolle ­
  zufällt.
Man  hat  nun  den  Kartellen  allgemein  die  Tendenz  zugeschrieben, ­
  daß  sie  den  Großbetrieb  fördern,  den  Mittelund ­
  vollends  den  Kleinbetrieb  dagegen  mehr  und  mehr
vernichten 1 ).  Dies  trifft  für  die  Kohlen-  und  Eisenindustrie,
ren  Kartellen  angehören,  des  Arbeiterbildungswesens  angenommen.  Auf
Anregung  dieses  Vereins  wurde  im  November  1906  der  „Volksbildungsverein ­
  für  die  Kreise  Siegen,  Altenkirchen,  Wittgenstein  und  Biedenkopf“ ­
  ins  Leben  gerufen.  Dieser  verfolgt  nach  §  2  seiner  Satzungen
den  Zweck,  unter  Ausschluß  aller  parteipolitischen  und  konfessionellen
Gegenstände,  der  Bevölkerung  in  Stadt  und  Land,  insbesondere  den
arbeitenden  Klassen,  Bildungsstoff  und  Bildungsmittel  zuzuführen.  Seinen
Zweck  sucht  er  zu  erreichen  durch:  Veranstaltung  von  Vorträgen  und
Unterhaltungsabenden,  Besprechung  von  Fragen  der  Volksbildung  in
Versammlungen  und  in  der  Presse,  Abfassung  und  Verbreitung  von
Flugblättern  und  Flugschriften  zur  Förderung  der  geistigen  und  sittlichen ­
  Entwicklung  unseres  Volkes,  Einrichtung  von  Büchersammlungen
und  Lesezimmern,  Mitwirkung  bei  Gründung  von  Volksbildungsvereinen
außerhalb  des  Vereinsbezirkes  usw.  Über  die  Tätigkeit  dieses  Volkbildungsvereins ­
  vgl.  ferner  Mitteilungen  des  Berg-  und  Flüttenmännischen
Vereins  zu  Siegen,  1900,  Heft  32,  p.  56  ff.
!)  Diese  Wirkung  ist  vor  allem  den  amerikanischen  Trusts  zuzuschreiben.
  Über  die  Einwirkung  der  Trusts  auf  die  Kleinindustrie  mögen
nachstehende  Ergebnisse  amtlicher  Erhebungen  dienen.  Danach  ist  in
dem  Jahrfünft  1900—1905  die  Produktion  um  30»/o,  die  Zahl  industrieller ­
  Werke  aber  nur  um  4,2°/o  gewachsen.  In  fast  der  Hälfte  der  Industrien ­
  wurde  entweder  gar  keine  Zunahme  oder  eine  Verringerung
der  Zahl  der  Etablissements  wahrgenommen.  300  Zuckerraffinerien,
ebensoviele  Gerbereien,  200  Baumwollspinnereien  und  fast  300  Schuhfabriken ­
  mußten  ihre  Betriebe  einstellen.  Die  Zahl  der  Schlachthäuser,