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VII.  Kartell  und  soziales  Emporsteigen  der  Arbeiter.

die  sogenannte  schwere  Industrie,  in  der  die  Konzentrationstendenz ­
  ohnedies  mit  großer  Gewalt  wirksam  ist,  gewiß  ohne
weiteres  zu.  Die  Zechenstillegungen  und  die  Entstehung  der
großen  gemischten  Werke  legen  davon  Zeugnis  ab.
Das  Kartellwesen  hat  mit  seiner  Förderung  des  Großbetriebes ­
  in  diesen  Industrien  in  vielen  Fällen  zur  völligen
Vernichtung  früher  selbständiger  Existenzen,  die  auf  die
Stufe  der  abhängigen  Angestellten  herabsanken,  geführt.  Die
Konzentration  der  Betriebe  mit  ihren  außerordentlich  günstigen ­
  wirtschaftlichen  Vorteilen  für  die  verminderte  Zahl
der  übrigbleibenden  Besitzer,  hervorgerufen  durch  das  Ineinandergreifen ­
  der  verschiedenen  Produktionsprozesse  und  dadurch ­
  Erzielung  von  Ersparnis  an  Heizmaterial,  an  Arbeitern
und  Beamten,  Frachten  und  Umladekosten,  kann  unter  Umständen ­
  gewiß  eine  Verbilligung  der  Produkte  auch  für  den
Konsumenten  bedeuten,  weshalb  dieser  Tendenz  zur  Konzentration ­
  volkswirtschaftlich  eine  gewisse  Berechtigung  nicht
zu  versagen  ist.  Andererseits  scheint  aber  die  Vernichtung
selbständiger  Unternehmer,  besonders  solchen  von  Klein-  und
Mittelbetrieben,  insofern  von  sehr  ungünstiger  Wirkung  zu
sein,  als  dadurch  der  Abstand  zwischen  Unternehmer  und
Arbeiter  noch  größer  wird  als  bisher.  Nunmehr  werden
nur  einige  wenige  ganz  Reiche  mit  einer  verhältnismäßig  geringen ­
  Anzahl  Direktoren  einem  Heer  von  Arbeitern  und  Angestellten ­
  gegenüberstehen,  die  Zwischenklassen,  der  gewerb-Tabak-
  und  Papierfabriken  hat  nicht  zugenommen,  gleichwohl  ist  die
Gesamtproduktion  in  diesen  Industrien  von  1900  bis  1905  um  3391  Millionen ­
  Dollars  gewachsen.  In  den  sieben  am  meisten  monopolisierten
Branchen,  denen  des  Petroleums,  Zuckers,  Alkohols,  Salzes,  Tabaks,
Eisens  und  Fleisches  ist  die  Zahl  der  Werke,  die  1900  3450  betrug,  bis
zum  Jahre  1905  auf  2990  gesunken.  Sie  verminderte  sich  um  13%,
während  der  Wert  ihrer  Erzeugnisse  um  16°/o  zunahm  und  von  2072
auf  2416  Millionen  Dollars  stieg.  Weniger  monopolisierte  Industrien
wie  die  des  Kupfers,  der  Wolle,  des'  Kautschuks,  bei  denen  die  Trusts
50  bis  75%  der  Produktion  kontrollieren,  zeigen  dieselbe  Tendenz.
Im  Jahre  1900  gab  es  in  ihnen  5299  Werke,  1905  nur  noch  4754,  Was,
eine  Abnahme  von  10,2%  bedeutet.  Die  Produktion  stieg  dagegen  um
33%.  Man  kann  daher  im  allgemeinen  sagen,  daß  für  die  unabhängige
Kleinindustrie  in  den  Vereinigten  Staaten  seit  Beginn  der  Ara  der
Trusts  kein  Platz  mehr  ist.  Auf  der  anderen  Seite  ist  eine  Verteuerung
des  Lebensunterhaltes  festzustellen.  Nach  einer  Statistik  des  Bureau  of
Labor  sind  die  Engrospreise  von  258  der  gebräuchlichsten  Konsumartikel ­
  um  56%  gestiegen.  Mehr  als  zwei  Drittel  dieser  Steigerung
entfällt  auf  die  Zeit  nach  1897,  wo  die  Trusts  aufzublühen  begannen.
(Zitiert  Ortloff,  Gewerbliche  Unternehmerverbände,  p.  29.)