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VII.  Kartell  und  soziales  Emporsteigen  der  Arbeiter.

den  Arbeiter  auch  in  dieser  Hinsicht  von  Bedeutung,  als  dadurch ­
  ebenfalls  wieder  der  Abstand  zwischen  Unternehmer
und  Arbeiter  noch  mehr  vergrößert  wird  und  auch  hier  dem
Arbeiter  nur  möglich  ist,  in  höhere  Arbeiterklassen  oder  in
die  Stellung  eines  Beamten  oder  Angestellten  emporzurücken.
Die  reinen  Werke  der  weiterverarbeitenden  Eisenindustrie, ­
  insbesondere  die  reinen  Walzwerke,  befinden  sich  in
einer  besonders  schlimmen  Lage.  Als  Weiterverarbeiter  von
Halbzeug  werden  sie  gleichzeitig  zu  Kunden  und  Konkurrenten ­
  des  Stahlwerksverbandes  gemacht,  wodurch  sie  von
dessen  Preispolitik  vollkommen  abhängig  werden.  Die  Aussichten ­
  der  reinen  Walzwerke  und  ihnen  folgend  der  Fertigindustrie ­
  sind  daher  unter  dem  Stahlwerksverbande  noch  ungünstiger ­
  geworden;  denn  die  großen  Stahlwerke  gehen  mehr
und  mehr  dazu  über,  selbst  weiter  zu  verarbeiten,  in  erster
Linie  Produkte,  die  in  Massen  hergestellt  werden  können.
Der  Kleinbetrieb  beschränkt  sich  auf  Artikel  mit  nur  geringerem ­
  Absatz.
An  dieser  Entwicklung  sind  aber  die  Kartelle  auch
nicht  allein  schuld.  Es  ist  der  alte  Gegensatz,  der  auch  hier
hervortritt,  nämlich:  reiner  Kleinbetrieb  und  gemischter
Großbetrieb.  Die  unvergleichliche  Überlegenheit  des  letzteren ­
  würde  auch  ohne  Verbände  in  gewissem  Maße  durchgedrungen ­
  sein,  die  Kartelle  haben  diese  Tendenz  nur  gefördert. ­
  Es  ist  eben  der  Zug  einer  schon  viele  Generationen
alten  wirtschaftlichen  Fortentwicklung,  den  kein  Hindernis
aufzuhalten  vermag;  dem  Handwerk  folgt  der  kleine  Fabrikbetrieb, ­
  dem  Kleinbetrieb  der  Großbetrieb  und  letzterem
endlich  der  gemischte  Betrieb  großen  Stiles.  Ohne  Stahlwerksverband, ­
  im  freien  Konkurrenzkämpfe,  würden  aber
die  Weit  erverar  beiter  vielleicht  noch  mehr  gelitten  und  ihre
Reihen  sich  noch  schneller  gelichtet  haben.
Überdies  ist  die  Bedeutung  der  wenigen  reinen  Walzwerke ­
  —  es  bestanden  zur  Zeit  der  Gründung  des  StahT
werksverbandes  (1904)  ungefähr  50  solcher  Werke  —  verhältnismäßig ­
  gering.  Die  reinen  Walzwerke  verarbeiteten
zu  dieser  Zeit  nur  1 /d  bis  Vio  der  gesamten  deutschen  Stahlproduktion. ­
  Bei  der  erstjährigen  Gesamtbeteiligung  des
Verbandes  in  Produkten  A  und  B  von  8195  950  Tonnen  befand ­
  sich  ein  Halbzeugquantum  von  881060  Tonnen  =  11%