VII.  Kartell  und  soziales  Emporsteigen  der  Arbeiter.

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der  Oesamtbeteiligung,  welches  zur  Weiterverarbeitung  in
die  Betriebe  der  ca.  50  reinen  Walzwerke  wanderte.  Die  Erzeugnisse ­
  der  letzteren,  d.  h.  obiges  Stahlquantum  nach  seiner
Verfeinerung,  werden  auf  einen  Verkaufswert  von  100  Millionen ­
  M.  geschätzt.  Die  übrigen  9 / 10  der  Produktion  werden
in  Verbandswerken,  in  gemischten  Werken,  verwalzt.  Aus
diesen  Zahlen  geht  hervor,  daß  der  reinen  Walzwerksindustrie ­
  Wirtschaftlich  keine  allzugroße  Bedeutung  gegenüber
den  gemischten  Werken  zukommt.  Die  Unfähigkeit  der
reinen  Walzwerke,  der  Konkurrenz  der  gemischten  Betriebe
stand  zu  halten,  beweist  am  besten  die  von  den  nicht  organisierten ­
  Walzwerken  der  Kommission  der  Kartellenquete
vorgelegten  Statistik,  wonach  in  den  letzten  Jahren  von  ungefähr ­
  50  Walzwerken  26  Walzwerke  ohne  Dividende  gearbeitet ­
  haben,  der  Gewinn  der  gemischten  Werke  aber
dauernd  gestiegen  ist.  Das  Verschwinden  dieser  Betriebe
wird  daher  nur  noch  eine  Frage  der  Zeit  sein,  es  sei  denn,
daß  zu  Gunsten  dieser  Werke  besondere  Maßregeln  ergriffen
würden.  Bekanntlich  haben  die  reinen  Walzwerke  schon
dafür  agitiert,  daß  der  Staat  ihnen  ein  Stahlwerk  errichten
möge,  welches  ihnen  das  Halbzeug  zu  solchen  Preisen  liefern ­
  soll,  die  auch  ihnen  noch  einen  Verdienst  lassen.  Dieses
Ansinnen  wird  wohl  unerfüllt  bleiben.
Ganz  besonders  aber  ist  ein  Aufgeben  des  Betriebes
in  der  Eisenindustrie  bei  den  Puddelwerken  zu  verzeichnen,
auf  deren  Kosten  vollzog  sich  in  erster  Linie  diese  Entwicklung. ­
  Es  schmolz  die  Zahl  der  Puddelwerke  von
321  Betrieben  im  Jahre  1884  auf
108  Betriebe  „  „  1908  zusammen.
Etwa  95&lt;&gt;/o  der  gesamten  deutschen  Stahlerzeugung  konzentrierte ­
  sich  allmählich  auf  nur  36  heute  im  Stahlwerksverband
vereinigte  Großbetriebe,  der  kleine  Rest  der  Produktion
wird  von  einigen  wenigen  außerhalb  des  Verbandes  stehenden ­
  Martinwerken  erzeugt 1 ).
Es  ist  also  die  Zahl  der  früher  bestehenden  zahlreichen
selbständigen  kleineren  Walzwerke,  Puddelwerke  und  überhaupt ­
  die  Zahl  der  kleineren  Unternehmer  der  Eisenindustrie
allmählich  mehr  und  mehr  gesunken,  teils  durch  Zusammenschluß ­
  untereinander  oder  Angliederung  an  ein  Qroßunter-*)
  Vgl  Zöllner,  Eisenindustrie  und  Stahl  werksverband.