s>' * * Die Handelspolitik und Handelsbilanz Österreich-Ungarns. 7 lieh jährlich 200.000 Rinder nach Deutschland. Seit dem J^lye. 1907 ist dieser Export auf weniger als 100.000 Stück gesunken, im Jahre 1911 sind bis zum 1. November nur 11.700 Stück aus geführt worden. Wir haben uns in diesem Handelsverträge ferner das Recht gewahrt, jährlich 80.000 Schweine unter günstigeren Bedingungen nach Deutschland zu bringen. Tatsächlich aber führen wir zwischen 45 und 1446 Schweine aus. Wir haben Zugeständnisse teuer erkauft, die für uns keinen oder keinen ent sprechenden Gegenwert hatten, und auf wertvolle Zugeständnisse verzichtet, die wir billig hätten erhalten können. Durch diese Politik ist auch unser Außenhandel in Industrieprodukten und unsere Handelsbilanz stark beeinflußt worden. 2. Der Export Österreich-Ungarns war im Durchschnitt der Jahre 1881 bis 1890 um 257 Millionen Kronen, im Durchschnitt der Jahre 1891 bis 1900 um 172 Millionen größer als der Import. Seither hat sich die Handelsbilanz in folgender Weise gestaltet: Jahr Aktivum Passivum Millionen Kronen Jahr Aktivum Passivum Millionen Kronen 1901 233 — 1906 39 — 1902 193 — 1907 — 44 1903 253 — 1908 — 143 1904 41 — 1909 — 428 1905 98 — 1910 — 434 Im Jahre 1911 betrug das Passivum bis zum 1. November 610 Millionen. Von dem Passivum ist zunächst das Aktivum des VeredlungsVerkehres in Abrechnung zu bringen, das im Jahre 1901 45 Millionen, im Jahre 1906 148, 1907 116, 1908 60, 1909 81, 1910 99 Millionen betrug. Von vielen Seiten ist die Frage aufgeworfen worden, ob und inwiefern die Wertziffern der Handelsstatistik richtig sind. Die wichtigsten Fehlerquellen sind folgende: Die Einfuhr soll zwar nach den geltenden Bestimmungen auf Grund der Einkaufspreise plus Fracht bis zur Grenze bewertet werden, tatsächlich jedoch werden die Werte in der Regel nach den Preisen der Waren im lnlande, minus Zoll und Fracht ab Grenze, bestimmt. Da sich nun die Waren von den Orten, an denen sie billiger sind, nach