Vorwort des Herausgebers'. XVII auf einem anderen theoretischen Standpunkt steht. Das ist bei dem Zustande unserer Wissenschaft unvermeidlich, deren Vertreter in keinem einzigen Punkte untereinander einig sind. Unter solchen Um ständen hat der Kritiker einer solchen Dogmenkritik soweit wie möglich von seinem eigenen Parteistandpunkt abzusehen und nur zu fragen, ob der Verfasser den lauteren Willen zu so viel Objektivität der Auffassung, Darstellung und Kritik gehabt und betätigt hat, wie erwartet werden durfte. Und der Antwort auf diese Frage in dieser Form dürfen die Verfasser mit Ruhe entgegensehen, wenn ich von meinem Standpunkt aus urteilen darf, der ich selbst in wichtigen Punkten der theoretischen Auffassung von ihnen abweiche. Um das bedeutsamste herauszuheben, so glaube icli z. B., daß sie der Grenz nutzenschule mehr zngebilligt haben, als ihr zukommt. Wäre ich nicht der Herausgeber, sondern der kritische Richter, so würde ich meinen abweichenden Standpunkt hier im allgemeinen und in manchen Einzelheiten begründen. Aber diese Divergenzen könnten mich doch nicht verhindern, zu erkennen, daß die Verfasser sich bemüht haben, Licht und Schatten gleichmäßig zu verteilen, jedes System aus seiner Wurzel heraus zu verstehen, und, wo es sich um Gegner handelt, mit den ehrlichsten Mitteln, ohne Nörgelei und Gehässigkeit, zu wider legen. Hier haben, so scheint es mir, zwei vortreffliche Fachleute die reife Frucht einer niemals unterbrochenen ruhmvollen theore tischen Tradition geerntet. Und darum erscheint mir dieses Buch als ganz besonders geeignet, um bei der Renaissance unserer eigenen, leider völlig abgerissenen, seit Jahrzehnten fast ausgerotteten theore tischen Studien mitzuwirken. Es kann und wird hoffentlich kräftig dazu beitragen, jenen Zustand unserer Wissenschaft herzustellen, in dem eine dogmenkritische Geschichte der nationalökonomischen Dok trinen nicht mehr sicher ist, fast so viele grundsätzliche Gegner zu finden wie Kritiker, jenen Zustand, den wir alle erstreben, wo wenigstens über die Grundlagen und Hauptelemente der Theorie einigermaßen Einigkeit erzielt sein wird, anstatt des heutigen von allen beklagten Zustandes. * * * Die Übersetzung dieses Werkes hat Herr Hoen vorgenommen, ein deutscher Neuphilologe, der viele Jahre in Frankreich gelebt hat und der französischen Sprache in seltenem Maße mächtig ist. Seine Gattin, eine geborene Französin, die ihrerseits vortrefflich deutsch spricht, eine nationalökonomisch sehr interessierte und in der Fach literatur wohl bewanderte Dame hat ihn bei der Übersetzung unterstützt. Für die äußere Form der Übersetzung ist Herr Hoen allein verantwortlich; ich habe mich als Herausgeber darauf beschränkt, H