Kapitel I. Die Physiokraten. 25 Logik ihrer Doktrinen erklären. Es ist nämlich zuerst darauf hin zuweisen, daß die Physiokraten der Arbeit nicht die hohe Stellung zusprechen konnten, die wir ihr heute beilegen, da für sie die Arbeit keineswegs Güter schuf, — und, was wohl zu beachten ist, die Arbeit des Landarbeiters ebensowenig, wie die des Industriearbeiters; wenn sie die erste produktiv nannten, so lag das daran, weil die Natur mitarbeitete, denn nur diese, aber nicht der Arbeiter, schafft Güter*). Weiterhin kann man diese Auffassung aus dem Milieu heraus, in dem sie lebten, erklären. Da sie seit den Feudalzeiten nur Ge meinwesen kannten, die von müßigen Großgrundbesitzern regiert und sowohl wirtschaftlich, wie politisch geleitet wurden, erlagen sie in bezug auf die Notwendigkeit des Großgrundbesitzes derselben Illusion, in der Aristoteles hinsichtlich der Notwendigkeit der Sklaverei be fangen war 2 ). Wenn jedoch die Physiokraten die Angriffe nicht voraussahen, He später auf das Grundeigentum niederhageln sollten, so haben sie, besonders der Abbe Baudeau, doch nicht unterlassen, es zu erklären Un d zu rechtfertigen. Die von ihnen vorgebrachten Begründungen müssen um so eher erwähnt werden, als die konservativen National- bkonomen während hundert Jahren nicht müde geworden sind, sich ihrer zu bedienen. Die ihnen am stärksten erscheinende Begründung, wenigstens führen sie sie am öftersten an, besteht darin, daß der Besitzer oder seine bevollmächtigten das Land urbar gemacht haben. Folglich verdankt selbst die produktive Klasse nur ihnen, daß sie das Produktionsmittel i 11 Händen hat. Sie sind es, die stets und noch immer das, was die Physiokraten die grundlegenden Vorschüsse (avances foncieres) Jümnen, leisten, d. h. die Ausgaben für Rodung, Einfriedigung, Ge- bäude usw. 8 ). Der Großgrundbesitzer erscheint ihnen daher keines- . } Es muß darauf hingewiesen werden, daß die Physiokraten niemals von land- k e i n Scna hlichen Arbeitern sprechen: Man könnte fast meinen, daß es zu ihrer Zeit gegeben habe! Ihre Fürsorge für die Landwirte erstreckt sich nicht tiefer, als Wenn au f die Kategorie der Pächter und Halbscheidpächter. Sv«t aicht ohne Übertreibung, ihre Lehre als bezeichnen können. ein Deshalb hat Weulbessb, „durchaus kapitalistisches u 2 ) nEbensogut, wie man sie die Klasse der Besitzenden nennt, kann man s,e p' ch Eiasse der Adligen nennen, denn in diesem Sinn ist der Adel anstatt eine Chimäre zu sein, wie man manchmal sagt, eine den zivilisierten Reichen sehr nutz lc e Wirklichkeit“ (Baudeau, S. 670). ... . k S ) »An dritter Stelle (auch wenn sie meistens an die erste gesteht werden) kommen die Großgrundbesitzer, die- den Boden rodeten, Gebäude e ™ ch, f“- «anzungen anlegten und Einfriedigungen auf ihre.Kosten machten, oder aber die Ausgaben zurttckerstatteten, indem sie schon fertig ausgerüstete Erbliegenschaften ^kauften . . . D iese Rente gehört uns, werden sie sagen, aus Gründen der Ge- ®ohtigkeit und Weisheit, gehört uns, werden sie sagen, da wir für den Boden Ausgaben für Unterhaltsmittel