3* Kapitel I. Die Physiokraten. 35 deine Wünsche erfüllen! Ich gehe dir das ganze Geld, das unter den Völkern, mit denen du Handel treibst, im Umlauf ist; jetzt hast du es; was willst du damit machen?“ Und er zeigt zuerst, wie kein anderes Land dann noch etwas kaufen kann, und wie damit alle Ausfuhr aufhört, und zweitens, wie die ungeheuere Teuerung zum Kaufe im Auslande zwingen würde, und so das Geld wieder zur Aus wanderung kommt, „was übrigens das einzige Heilmittel sein würde“ '). Widerlegung der These, daß die Zölle vom Ausland ge tragen werden. „Der Fremde wird dir nichts verkaufen, wenn du ihm nicht denselben Preis zahlst, den ihm die anderen Völker geben wollen. Wenn du einen Eingangszoll auf seine Waren legst, So wird derselbe eine Erhöhung des wirklichen Preises sein, den der Fremde erhält; dieser Eingangszoll wird daher nur von deinen eigenen Volksgenossen bezahlt“ 1 2 * * ). 3. \ Widerlegung der sogenannten Keziprozitätspolitik. »Ein von einem benachbarten Volke erhobener Eingangszoll schadet dem Volke, das verkauft, insoweit, als er den möglichen Verbrauch feiner Erzeugnisse vermindert. Diese indirekte Wirkung ist unaus- Kiblich. Kann ihr aber durch Vergeltungsmaßregeln nicht begegnet Werden? England hat auf französische Weine einen ungeheueren mll gelegt, der denVerbrauch bedeutend einschränkt; wird England , er eher imstande sein, euren Wein zu kaufen, wenn ihr eurerseits s oine Produkte mit Zoll belegt? Wird der Nachteil, den ihr erleidet, geringer durch den, den ihr England zufügt ?“ ; Wir haben hier viel zitiert, denn seit 100 Jahren ist in dieser ra ge nichts überzeugenderes gesagt worden? Deshalb wurde diesen Theorien auch sofort eine gesetzliche Be stätigung durch die Edikte von 1763 und 1766 gegeben, in denen l Freiheit des Getreidehandels erst im Inlande, dann mit dem Aus- aude gewährt wurde, allerdings noch mit einigen schwerwiegenden Schränkungen. Unglücklicherweise zeigte sich die Natur ihren ^treuen Bewunderern, den Physiokraten, gegenüber sehr undankbar. ’ e suchte das Land sogleich mit 4 oder 5 aufeinander folgenden Mißernten das Land sogle: heim, an denen ;h mit das Volk selbstverständlich den neuen 1 ) S. 576. „Wenn man der Sache anf den Grund geht was haben Sie denn gewonnen, stets ins Ausland verkaufen zu wollen, ohne dessen Waren aufzunehmen. ... ^ das Sie nicht zu halten vermögen und das Ihren Händen entgleitet ohne daß * S Änen von Nutzen gewesen wäre! ... Je mehr sich das Geld vermehrt um so ^ verliert es an Kaufkraft, während die anderen Waren, mit ihm verglichen, an ert zunehmen“ (Mercier de da ßivikRE, S. 580, o83) 2 ) Töhgot, (Buvres I, S. 189. - „Wenn ihr die fremden Kaufleute durch eur e Steuer sie <ue e . ern vertreibt, so werden sie euch die nötigen Waren nur bringen, indem Di a , se lbst die Abgaben auferlegeu, mit denen ihr sie belasten wolltet“ (Qübsnay, l0 gues).