Kapitel I. Die Physiokraten. 45 einsetzt, wie die Erklärung zum Tableau economique angibt, so würde dies genau 600 Millionen Fr. an Grundsteuern ergeben 1 ). Man versteht, daß die damaligen Grundeigentümer, die als Adlige meistenteils von allen Lasten befi elt waren, diese Steuer etwas hoch gefunden haben und den Eindruck hatten, daß die Physiokraten sie den hohen Rang, den sie ihnen zuwiesen, ziemlich hoch bezahlen üeßen. Auch unsere heutigen Grundbesitzer würden, das ist klar, bei einer Steuertaxe von 30 °/ 0 auf das Bruttoeinkommen nicht schlecht schreien. Die Physiokraten antworten im voraus auf diese Klagen mit einer heute banal gewordenen Beweisführung, die aber bei ihnen mne ganz außerordentlich scharfe ökonomische Intelligenz anzeigt: Die Steuer würde nämlich niemand fühlen, weil in Wirklichkeit sie Jemand zahlen würde. Nach ihnen würde jedes Grundstück unter Abzug des Steuerbetruges, d. h. also 30 °/ 0 unter seinem Werte, ver kauft werden, und folglich würde der Eigentümer, obgleich er nominell die Steuer trägt, sie in Wirklichkeit nicht zahlen 2 ). Angenommen e m Gut bringt 10000 Fr. Pacht, und sein Wert sei daher bei einer Verzinsung von 5% gleich 200 000 Fr.; es trägt aber 3000 Fr. Steuern, folglich bringt es in Wirklichkeit nur 7000 Fr., so daß sein 'Veit nur 140000 Fr. ist. Der Käufer, der diesen Preis gezahlt hat, genießt daher, trotz der Steuer von 3000 Fr., die Gesamtsumme des Einkommens, zu der er berechtigt ist, da er doch nur Anspruch auf d as haben kann, was er bezahlt hat, und da er in Wirklichkeit nur den Wert des steuerfreien Teiles des Einkommens erworben hat. Es ! st gerade so, als ob er nur 7 / l0 des Gutes gekauft habe und die nbrig en 8 / I0 Staatseigentum blieben. Wenn dann der Staat später das ^ enn man diese Zahl mit dem damaligen Gesamteinkommen Frankreichs, b e t . ai1 ^ ü Milliarden geschätzt wurde, vergleicht, so ergibt sich, daß sie 12% davon Was e * nen Staat, der nach der physiokratischen Lehre sich nur auf der miser * . 11 Ordnung aufbaut, immerhin eine ganz nette Summe ist. Das Verhältnis Iß 0 /, Dtzigen enormen Nationalbudgets, das fast 5 Milliarden ausmacht, wird kaum o es Gesamteinkommens Frankreichs vorstellen. Vfi e , as französische Budget, das Nbcker 1781 präsentierte, war fast das gleiche, kirchr^i * ier Physiokratischen Hypothese; 610 Millionen. Allerdings kamen dazu die Art (j- 611 Ahnten, die Abgaben an die Grundherren und die Dienstleistungen aller unter dem physiokratischen System verschwinden sollten. Gr rege Weise ist das Staatseinkommen niemandem lästig, kostet meman em e w , niemandem ^bezahlt^rnd beschränkt in keiner Weise Irgendwelches Ergen- (Dupont du Nemours I, S. 357/358).