48 Erstes Buch. Die Begründer. falschen Vorgänge, der von der natürlichen Ordnung abweicht, verbunden ­ sind. Soll man diese Steuern der sterilen Klasse auferlegeu? Da sie aber so wie so schon, laut ihrer Definition, unproduktiv ist, d. h., da sie nur den Gegenwert dessen, was sie verzehrt, erzeugt, so heißt, ihr 600 Millionen nehmen, sie dazu zu zwingen, ihren Verbrauch ­ oder ihre Rohstoffkäufe um die gleiche Summe zu verringern, und infolgedessen die landwirtschaftliche Produktion in der Zukunft zu vermindern, — ausgenommen es gelingt den Industriellen, den Preis ihrer Erzeugnisse um 600 Millionen zu steigern. In diesem Falle ist es ebenfalls die Klasse der Grundbesitzer, die die Folgen trägt, sei es unmittelbar für das, was sie verbraucht, oder mittelbar für das, was ihre Pächter verbrauchen r ). Diesem Gedankengange scheint die Idee zugrunde zu liegen, daß die Einkünfte der landwirtschaftlichen und industriellen Klassen nicht eingeschränkt werden können, weil sie nur das unumgängliche notwendige ­ Minimum der Produktionskosten vorstellen. Folglich scheint auch schon jenes Gesetz des Lohnes, das man später das eherne Lohngesetz genannt hat, in ihm enthalten zu sein. Sicherlich kennt jeder die erbarmungslose Formel, in welche Tuegot dieses Gesetz gefaßt hat, ohne übrigens damit zuzugeben, es rechtfertigen zu wollen * 2 ). Aber vor ihm hat schon Quesnay, in nicht weniger klaren, wenn auch weniger bekannten Worten gesagt: „Man wird vergeblich dem entgegenhalten, daß die Lohnempfänger, indem sie ihren Verbrauch ­ einschränken und sich Genüsse versagen, die Steuern zahlen könnten, die man von ihnen verlangt, ohne daß diese Steuer zuletzt auf die ersten Austeiler der Ausgaben zurückfallen würde . . . aber die Höhe des Lohnes, und folglich auch die Genüsse, die die Lohnempfänger sich verschaffen können, sind durch die scharfe Konkurrenz, die sie sich untereinander ­ machen, genau bestimmt und auf das geringste „Es ist dies eia Vorschuß, den der Grundbesitzer wohl oder übel ihnen i® Lohn oder Almosen zurückerstatten muß; doch ist es ein Vorschuß, den der Arm® dem Reichen macht, und dessen verzögerte Zurückzahlung den ersteren allen Schrecke" des Elendes aussetzt. Der Staat fordert von dem, der nichts hat, und sofort werde" gegen den, der nichts hat, alle Mittel der Rechtsordnung, alle Strafbestimmungen i" Anwendung gebracht“ (Turgot, (Euvres I, 413). „Es liegt auf der Hand, daß es in diesem Pall den Grundbesitzern viel teurer zu stehen kommt, als wenn sie direkt ohne Erhebungskosten dem Fiskus den betreffenden ­ Teil ihres Einkommens überweisen“ (Düpont de Nemours, S. 352). 2 ) „Bei jeder Arbeit muß es zutreffen und trifft es auch tatsächlich zu, daß der Lohn des Arbeiters sich auf das beschränkt, was zum Erwerb seiner Unterhaltsmitt® 1 ausreicht“ (Reflexions sur la formation des richesses, § VI). Es ist aber immerhi® möglich, daß ebenso, wie Christus, als er sagte: „Denn Arme habt ihr allezeit b® 1 euch“, auch Turgot nicht ein allgemeingültiges Gesetz, sondern nur den gerade b®' stehenden Zustand im Auge hatte.