Kapitel II. Adam Smith. 63 seiner Kenntnis gekommen. Aber persönlich hat Smith viel mit Tusgot und Quesnay verkehrt. In seinen Unterhaltungen mit ihnen hat er unmittelbar eine eingehende Kenntnis ihrer Ideen erlangt, und man kann sich ziemlich genau vorstellen, welche auf ihn den größten Eindruck gemacht haben werden. In einer Hinsicht wenigstens hatte Smith nicht nötig, sich von ihnen belehren zu lassen, nämlich in der Hinsicht auf den ökono mischen Liberalismus, dessen überzeugter Verteidiger er seit langer Zeit war. Immerhin hat die Übereinstimmung seiner Überzeugungen mit dem glühenden Glauben der Physiokraten ihn nur in seinen An sichten bestärken können. Dagegen scheint er ihnen ihre so bedeutsame Idee von der Ver teilung des Jahreseinkommens zwischen den verschiedenen Klassen des Volkes entlehnt zu haben. Seine Vorlesungen in Glasgow be handeln vorherrschend die Frage der Gütererzeugung. In dem Health of Nations ist der Verteilung ein beträchtlicher Kaum ein geränmt. Dieser Unterschied läßt sich kaum anders erklären, als durch die genaue Bekanntschaft, die Smith in der Zwischenzeit mit aem Tableau economique und der Theorie des Eeinertrages gemacht hat. Wenn er ihnen aber eine ihrer charakteristischen und folge- reic hsten Ideen entlehnt hat, so überragt er sie weit in seiner Ge- Sd mtanschauung und aus eben diesem Grunde hat er sie so schnell Ver drängt.'Da die Physiokraten von ihrer Auffassung derEolle der Land wirtschaft vollständig beherrscht wurden, trübte und verengte sich r Gesichtskreis. Sie haben, wmnn man so sagen darf, durch ein zu uges Fenster gesehen/ ■ A. Smith hat sich von Anfang an in das ^ e utrum der Erscheinungen gestellt, auf den höchsten Punkt, von °^die Aussicht am weitesten und klarsten istJ Die ökonomische Welt, im Bilde einer großen, von der Arbeits- . ^g geschaffenen Werkstatt; — die Eeichtumserscheinungen, auf ue höhere Einheit zurückgeführt, durch die Betonung eines wesent- ^ Psychologischen Beweggrundes: des Wunsches der Menschen 'ny. lc h, ihre wirtschaftliche Lage zu verbessern; — endlich die o^^uftspolitik zum ersten Male nicht auf das Interesse dieser auf J en er Klasse (des Fabrikanten oder des Landwirts), sondern q, , le Berücksichtigung des allgemeinsten Interesses des ganzen einwesens gegründet: dies sind die Hauptgesichtspunkte, die das Werk beherrschen. die w eSe .Gesichtspunkte dienen von nun an als Leitfaden durch fühlt lrr W isse ^ er volkswirtschaftlichen Erscheinungen. Instinktiv keine I p*H e ^ e it£ en ossen, daß die neue Wissenschaft auf diesem Wege emhr lief, in einer Sackgasse zu endigen. Zum ersten Male