412 Drittes Buch. Der Liberalismus. wirtschaftlichen Erzeugnisse und überhaupt für alle Produkte, auch 'l für die industriellen Produkte konstatiert 1 ). Stüaet Mill dehnt es sogar auf die persönlichen Fähigkeiten aus. Das Gesetz der Rente wird daher außerordentlich erweitert, obgleich etwas weniger als bei Senior (vgl. oben S. 398), 7.* Das Gesetz des internationalen Austausches. *— Rufen wir uns zunächst ins Gedächtnis zurück, daß für die Yolkswirtschaftler der liberalen Schule (vgl. oben Eicabdo, SS. 185—186, Dünoybe, SS. 392—394) der Austausch zwischen den Ländern von den gleichen Gesetzen regiert wird, wie der Austausch zwischen Individuen, und genau die gleichen Vorteile verschafft: nämlich jeder der beiden Parteien eine gewisse Arbeitsmenge zu ersparen, indem er ihr — durch das Überlassen eines Produktes, das ihr z. B. 15 Arbeitsstunden ge kostet hat, ein Produkt verschafft, das 20 Arbeitsstunden gekostet hätte, wenn man es selbst hätte produzieren wollen. Der Gewinn liegt daher einzig auf der Seife der Einfuhr, die Ausfuhr ist nur das Mittel und mißt sich nur durch den Überschuß des Einfuhrwertes über den Ausfuhrwert. Daher ergab es sich als sicher, daß beide Parteien gewinnen: freilich war es nicht sicher, und sogar nicht einmal wahrscheinlich, daß der Vorteil für beide Teile gleich sei; man glaubte aber zu der Behauptung berechtigt zu sein, daß der größere Gewinn dort, wo eine Ungleichheit auftrat, dem ärmeren der beiden Länder, dem von Natur ärmeren oder industriell rückständigeren, zutiel. Auf Grund der Definition würde ja gerade dieses größere Mühe gehabt haben, die eingeführten Produkte selbst zu erzeugen oder wäre mög licherweise überhaupt nicht imstande gewesen, sie hervorzubringen. 0 „Der Kostenwert einer Ware ist der der Quantität, die am teuersten ge wesen ist“ (Principles, B. III, Kap. 6 § 1, Abt. 7). „Der höhere Gewinn, den ein Fabrikant oder ein Händler aus der Verwendung von größeren Fähigkeiten oder einer besseren geschäftlichen Organisation zieht, ähnelt stark einer Eente ... Sie genießen diesen Vorteil nur, weil sie einen Gegenstand zu einem von den Produktionskosten der Konkurrenten geregelten Preise verkaufen können, den sie selbst mit geringeren Kosten herzustellen verstehen“ (Ebenda). Jedoch besteht zwischen der landwirtschaftlichen und der industriellen Produktion der schon von Sbniok klar hervorgehobene Unterschied, daß die erstere durch das Gesetz des sinkenden Bodenertrages begrenzt ist, während die zweite im Gegenteil sich eines steigenden Ertrages erfreut, d. h., daß gewöhnlich die proportioneilen Kosten im Maßstabe sinken, wie die Produktion wächst. Daraus ergibt sich also, was übrigens von Stuart Mill; klar gezeigt wird, daß der industrielle Produzent das Interesse hat, den Verkaufspreis der Waren zu verringern, um mehr hersteilen zu können und so durch die Vervielfältigung der Gewinne und die Erniedrigung der allgemeinen Unkosten das für jede Einheit gebrachte Opfer wieder einzubringen.