72 1882: 1907: 1912: I. Zuschläge 100 136,8 168,4 1. Grundsteuerzuschläge 100 128,7 151,0 2. Gebäudesteuerzuschläge 100 163,6 203,8 II. Dazio-consumo IGO 170.7!) 197,8 l ) III. Eamiliensteuer 100 141,1 199.2 IV. Gewerbesteuer (eserc. e riv.) 100 251,7 373,6 V. Mietsteuer 100 331,0 740,0 VI. Sonstige Abgaben 100 165,8 232,5 Gesamtabgaben (I—VI) 100 155,4 *) 193,1*) Aus vorstehenden Relativzahlen erhellt, wie die finanzielle Ent wicklung der Zuschläge und zwar der zu der staatlichen Grundsteuer der Bewegung der Erträge der anderen Steuern wie der steuerlichen Gesamtentwicklung nachhinkt. Dieser Vorwurf trifft dagegen kaum die Gebäudesteuerzuschläge. Namentlich das zweite Hauptglied im Steuersystem, der dazio di consumo, hat die Immobiliarbesteuerung in der Bewegung der Erträgnisse weit überflügelt. Die Zuschläge und der dazio-consumo haben immer mehr die Rollen vertauscht: die indirekten Steuern haben ihre Position gegenüber den direkten wesentlich verstärkt 1 2 ). Es ist freilich auch nicht verwunderlich, daß die gemeindliche Zuschlagsbesteuerung der nötigen Elastizität entbehrt. Schöpfen doch drei verschiedene Steuergewalten aus den gleichen Quellen: außer der Gemeinde die Provinz und der Staat. Qn ne peut pas tirer deux montures du meme sac. Eine ungeheuere Steuerlast ruht schon auf 1 ) Bei Einrechnung der staatlichen Zuwendungen für den dazio-consumo in den Ertrag: 190,5 statt 170,7 und 216,0 statt 197,8. Die Steigerung des Gesamt steueraufkommens beträgt dann wie 100 zu 163,0 zu 200,1. 2 ) Diese Entwicklungstendenzen innerhalb der Gemeindebesteuerung haben übrigens ihren Parallelismus in der italienischen Staatsbesteuerung. Auch hier zeigt sich — wie in allen modernen Kulturstaaten mehr oder weniger — eine außerordentlich starke Ertragssteigerung der indirekten Besteuerung in Form von Einfuhrzöllen, inneren Verbrauchssteuern und solchen in Monopolform, sowie — was besonders von Italien und Frankreich gilt — von Verkehrssteuern in Form von Kegister- und Stempelabgaben. Dagegen ist die relative Bedeutung der direkten Steuern infolge der außerordentlich starken Bedarfssteigerung zurückgegangen. Diese Tendenz ist namentlich für Italien und Frankreich erkennbar (aber auch für Deutschland und andere Staaten). S. Ad. Wagner, Finanzwissenschaft, III. Teü, I. Buch, Steuergeschichte vom Altertum bis zur Gegenwart, 1910, S. 486. Für Frankreich: Truchy, Le Systeme des impots directs d’Etat en France, in der Eevue d’economie politique, Paris, 1900 u. 1901 (insbesondere Art. III).