76 Provinz Porto Maurizio, 301 Binw.). Dann folgen abwärts drei Ge meinden, die (ebenfalls in Porto Maurizio gelegen) 1000 °/ 0 und mehr erheben: Yille San Pietro (463 Einw.) mit 1124°/ 0 , Soldano (553 Einw.) mit 1112 °/ 0 und Seborga (295 Einw.) mit 1000 °/ 0 . Gewiß ein ungeheuerer Steuerdruck schon allein durch die Gemeinde zuschläge! Dabei sind sie noch stark im Steigen begriffen, wie oben für den Zeitraum 1907/12 konstatiert wurde. Doch nicht genug hier mit. Dazu treten noch andere Lasten, welche die Grund- und Haus besitzer zu tragen haben. Abgesehen von der staatlichen Belastung, die, wie oben gezeigt, auch nicht gerade niedrig ist (der effektive Satz der Gebäudesteuer beträgt 16,25 °/ 0 ), kommen noch die Provinzial zuschläge hinzu, die z. B. für die Provinz Porto Maurizio 93,7 °/ 0 der Prinzipalsteuer (i. J. 1907) ausmachten. In Anschlag zu bringen ist sodann, abgesehen von den ßegisterabgaben, der Erbschaftssteuer und dergl. mehr, soweit sie den Grundbesitz treffen, die Belastung mit der Eamiliensteuer, insbesondere in den ländlichen Gemeinden, ferner mit der Mietsteuer, namentlich aber mit der besonders die arme Gebirgs- bevölkerung schwer bedrückenden Viehsteuer 1 ). Bei alledem ist nicht zu übersehen die relativ starke Verschuldung des Grundbesitzes in Italien * 2 ). Wer könnte wohl sagen, wie hoch die Gesamtsteuerlast ist, die etwa ein Grundbesitzer in einer jener Gemeinden in der Provinz Porto Maurizio tatsächlich trägt? Wohl niemand. Man fragt: wie ist es möglich, daß z. B. in Genova der Grundbesitzer (rechnerisch) an Steuern mehr zahlt als er aus dem Grundbesitz an Einkünften be zieht? 3 ) Dieses Problem legt uns nahe anzunehmen, daß die Grund- und Gebäudesteuer in Italien zum großen Teil sich zu einer auf dem Objekt ruhenden Reallast verhärtet hat und häufig kaum noch in vollem Maße als Steuer empfunden werden möchte 4 ). Der Hinweis *) Vgl- F. Coletti, Industria armentizia e Imposte, im „Giornale degli Economisti“, 1894 (Oktober) und 1896 (Dezember). 2 ) Der Gesamtbetrag der auf dem Grund- und Gebäudebesitz lastenden zins tragenden Hypotheken betrug am 31. Dezember 1903 rund 3666 Mül. L., wovon allein rund 1 Milliarde auf Liegenschaften entfällt. S. Annuario statistico it. 1912 S. 270. s ) In Genova ist zu alledem die Belastung der Grundbesitzer mit Pamilien- und Viehsteuer sehr hoch: i. J. 1907 fast das Dreifache der staatlichen Grund- und Gebäudesteuer. 4 ) Die Auffassung von der reallastartigen Gestaltung u. a. bekämpft von F. Flora, Manuale della scienza delle finanze, 1909, S. 330ff. Jedoch scheinen uns seine Gründe nicht stichhaltig.