alte Österreich gehörte hiernach zu den größten Getreideimportstaaten. Diese Einfuhr kann wohl zm» größten Teile als für das Gebiet des jetzigen Österreich bestimmt angesehen werden, da angenommen werden kann, daß die Überschüsse der prodnktionSrcichen Sndctenländer und Galiziens sich mit den Abgängen der Bedarfsgebicte Dalmatien, Küsten land ’c. ausgleichen. Die Ncrtoei»fuhr Altösterreichs ans Ungarn an Brot getreide (Weizen, Roggen und .Weizen- und Roggenmehl*) im Jahre 1913 betrug abzüglich der Ausfuhr rund 1.8,055.GOÜ Meter- zentner. Die eigene Ernte Österreichs an Weizen niib Roggen betrug im Jahre 1913 43 3 Millionen Meterzentner (Weizen »nd Spelz 19 3, Roggen 27 0). Wenn ich ganz roh rechne und von der eigenen Ernte 15 Prozent zirka für Abfall, Saatgut und Viehfntter abrechne, so betrug der Verbrauch an Brotgetreide im alten Österreich rund 199 Kilogramm pro Jahr und Kopf, oder ans Mehl bei einer 72pro- .zentigen Ausmahlung umgerechnet 389 Gramm Mehl Pro Tag.**) Hievon lvurden aus Ungarn zirka 94 Kilogramm -Brotgetreide pro Jahr und Kopf eingeführt, oder wieder ans Mehl umgerechnet 126 Gramm Mehl pro Tag. Das heißt: Rund 33 Prozent des Bedarfes an Brotgetreide wurden im-alten Österreich aus Ungarn eingeführt. Im neuen Österreich wird die eigene Ernte an Weizen und Roggen infolge des - durch den langjährigen SlrTcg” herabgeminderten Ertrages im Jahre 1919 mit insgesamt 13! Millionen Meterzentner» (Weizen und Spelz IR, Roggen 2*8) eingeschätzt ***). Wenn ich auch hier für Saatgut, Abfall und Viehfutter 15 Prozent abrechne und eine 72prozentigc Ausmahlung annehme, so entfallen ans der eigenen Ernte pro Kops »nd Jahr rund 52 Kilogramm Brotgetreide = 103 Gramm *) Einfuhr an Weizen 5,045.090 Meterzentner, au Roggen 2,509.000 Meterzentner, Mehl 7,770,000 Meterzentner d. i. zu 72 Prozent Ausmahlung 10,790.000 Meterzentner Getreide, somit zusammen 18,344.000 Meterzentner -Getreide. **) Professor Pribram berechnete den durchschnittlichen Tageskonfum an Mehl eines erwachsenen Mannes im alten Österreich mit 372 Gramm. (Stati stische Monatsschrift, Neue Folge, XXI. Jahrgang, XII., Dczemberheft.) ***) Statistik des Staatsamtes für Landwirtschaft pro 1919. — Im Frieden betrug die Ernte in den jetzt zur Republik gehörige» Gebieten im Durchschnitte der Jahre 1909 13 an Weizen 2,662.000 Meterzentner, Roggen .5,519.000 Meterzentner, zusammen somit 8,181.000 Meterzentner.