27 Aufgaben, soweit cs die schlvierigen Verhältnisse zuließen, mit Erfolg gelöst. Es fragt sich nun, ob bereits die Zeit gekomimen ist, mit allen Beschränkungen der Einfuhr aufzuräumen, ob dem freien Handel ganz freie Bahn gewährt werden soll, und ob erwartet werden kann, daß die Ernahrnngsverhältnissc hierdurch eine grundlegende Besserung erfahren? Darüber, daß die gebundene Wirtschaft in der Form, wie sie während des Krieges und der Blockade geübt wurde (und wir sie unbedingt notwendig war), bei den heutigen Verhältnissen nicht mehr aufrecht erhalten werden kann, darüber herrscht wohl keine Meinungs verschiedenheit. Ebensowenig darüber, das; der Transit- und Ver edlungsverkehr freizugeben und möglichst zu fördern, höchstens insofernc einer Überwachung zu unterziehen ist, das; die vorgesehene Ausfuhr wirklich erfolge und daß die für notwendige Kompensationen etwa erforderlichen Produkte zur Verfügung gestellt werden. Die Freigabe des Veredlungsverkehres von allen Schranken ist um so notwendiger, als wir ja gezwungen sein werden, für das Ausland int Lohn zu arbeiten. Ich will mich aber nicht auf das industrielle Gebiet begebe», wie ich denn auch hier die Frage der Einsuhrbehandlnng von indu striellen Rohstoffen ausschalte, für die die Verhältnisse vielfach anders liegen als für das Gebiet der Nahrungsmittel. So sehr man auch die Tätigkeit des Handels und des Kauf mannes würdigen mag, so glaube ich doch, das; die Meinung, die unbeschränkte Zulassung des freien Handels würde die Ernährungs- Verhältnisse der Bevölkerung im gegenwärtigen Zeitpunkte und unter den gegenwärtigen Verhältnissen ganz erheblich bessern können, ein schwerer Irrtum ist. Zunächst muß im Auge behalten werden, daß die Freiheit des Handels ja nicht von uns allein abhängt. In den Sukzessionsstaaten, speziell in Jugoslawien, in Tschechien und Polen wird heute der freie Einkauf durch uns vorläufig gar nicht zugelassen. Wenn der tschechische Handelsminister Heidler vor einigen Tagen sich für die Freiheit des Verkehres zwischen den Sukzessions- staaten ausgesprochen hat, so begrüßen wir dicse erste Friedenstaube auf das freudigste. Aber bislang war icnd ist die Betätigungsmöglichkeit des Handels in den Sukzessionsstaaten, insbesondere >oas die großen Massenartikel des Nahrungsbedarfes anlangt, wie Mehl, Fleisch, Fett usw., eine sehr geringe. Wenn immer wieder auf die vielen Offerte hingewiesen wird, so beweist dies leider gar nicht, daß dicse, so seriös