13 Millionen Hollaiidgnldeii, das ist bei den heutigen Valuteiivcrhült- nisien einen Betrag von 400 bis 600 Millionen Kronein Tie Einfuhr- gesellschaft für Getreide braucht ein Betriebskapital, welches mit l Milliarde Kronen als unzureichend bezeichnet tverden muß, so daß die Geschäfte ohne Hilfe des Staates überhaupt nicht durchgeführt iverden können. Schon die sogenannten kleinen Spesen erreichen bei dem heutigen Valutenstand phantastische Ziffern; in einem Moment, !vo beispielsweise für 100 Hollandgulden 4800 K gezahlt werden müssen, kostet der Aufenthalt eines Agenten im Ausland allein täglich mehrere Taufend Kronen. Ob der private Kaufmann die riesigen Riskcn, die bei den heutigen Balutenverhältnissen mit jedem Geschäfte verbunden sind, über haupt eingehen kann, lasse ich dahingestellt. Ich bezweifle, daß, wenn es sich nicht etwa um langfristige Kredite handelt, die für Konsumtions- zwccke schwer erlangbar sind, ein Kaufmann überhaupt einen NahrnngS- mittelkredit ausnutzen kann und will. Jedenfalls müßte er diese Risten in maßlosen Preisen umschlagen. Ich habe erst vor wenigen Tagen mit dem Chef einer unserer größten Firmen des Getreidehandels gesprochen, der mir rundweg gesagt hat: „Im freien Handel ist heute in Getreide nichts für uns zu machen." Und es ist charakteristisch, daß sämtliche Eiergroßhändler vor einiger Zeit erklärt haben, daß sie es ' nicht wagen würden, unter den derzeitigen Verhältnissen das Risiko eines Bezuges und Einkaufes allein auf sich zu nehmen. Wenn seit Aufhebung der Blockade viele Kaufleute sich erbötig machen, mit Rücksicht ans ihre Beziehungen und privaten Kredite, Lebensmittel aus dem Ausland einzuführen, so denken sie in der Regel auch gar nicht an Getreide, Mehl, Fett usw., sondern es handelt sich zumeist um hochwertige Güter, ivie Schokolade, Sardinen usw., die zwar nützlich sein mögen, aber nicht unentbehrlich sind, bei denen der freie Handel schon beim Absatz verhältnismäßig geringer Menge» einen großen Nutzen ohne großes Risiko erzielen kann, weil es sich in der Regel um die Befriedigung der Bedürfnisse Solcher handelt, die jeden Preis bezahle» können oder wollen. Die Gesamtversorgung , der Bevölkerung mit den großen wichtigen Nahrungsmitteln tvürde ziemlich unberührt bleiben und nur die Lebens- f Haltung bestimmter Kreise verbessern, >v.a s schon aus/ sozialeu Rücksichten vielleicht nicht ganz ungefährlich wäre.; Wenn nun feststeht, daß für die Beschaffung der Massenkonsuni- artikel vorläufig in erster Linie der Staat und seine Einkaufsorgani 29