4 Kind mit 9 Jahren). Die Soften für die rationierten Mengen au Mehl, Brot, Zucker, Kartoffeln, Fleisch, Fett und Milch in Wien betrugen in der ersten Augufttvvche K 70'07 - Indexziffer 100, in der letzten Oktobcrwochc X 87'5l = Indexziffer 124.80. Unter Berücksichtigung bestimmter kleinen Mengen an sonstigen Lebensmitteln (Marmelade, Bohnen, Reis, Kraut, ferner bestimmte kleiner als im' Schleichhandel erworben angenommene Mengen, dann Brenn.material und Seife) steigt die Indexziffer ans 133‘9.*) Die verschiedensten Möglichkeiten wurde» erwogen, um die Bevölkerung von diesem namenlosen Druck zu befreien. Es ist dies das alterstachligste Ernährnngsproblem. Ter am öftesten ventilierte Gedanke ist jener der Abstufung der Lebcnsmittelpreise nach den EinkommcnSverhältnissen (Straßburger System). Abgesehen von den technischen Schwierigkeiten ist die Durch führung eines solchen Systems durch- die Einkommenschichtnng in Öster reich nicht möglich. Diese Unmöglichkeit ergibt sich sofort, ivenn man erwägt,, daß in Wien nach der Einkommensstatistik des Jahres 1917 nicht mehr als .17, Prozent der Zensiten ein Einkommen von über 10.000 K statten. (Zugegeben, daß die. Statistik vom Jahre 1917 den heutigen Verhältnissen in gar keiner Weise mehr entspricht, so muß doch andererseits berücksichtigt werden, daß heute der Mittelstand prolctarisicrt ist und auch Einkommen von 20.000 bis 30.000 X und darüber für eine Auflage, wie sic die Abstusnng der Lebensmittelpreisc darstellt, nicht mehr tragfähig sind.) Rechnet man auf einen Zensiten durchschnittlich 2'/* Köpfe und zählt man die „»besteuerten (Existeuz- niinhmtm) Haushalte dazu, so müßten 9 Prozent der Wiener Bevöl kerung die Verbilligung der Preise für 94 Prozent der Bevölkerung tragen. Wenn man das Verhältnis aus 90:10, also günstiger annimmt und eine Verbilligung von 50 Prozent, also um die Hälfte vornehmen wollte, müßten die 10 Prozent der nichtbegünstigten Bewohnerschaft Wiens einen Zuschlag von 450 Prozent tragen. Es würde für sic kosten 1 Kilogramm Bratenfleisch 320 X, 1 Kilogramm Schweine schmalz 341 X usw. Das ginge nicht, denn die Lebensmittel würden *) Eine Vorstellung über die eingetretenen Preissteigerungen feit Kriegs- . beginn gibt die Tatsache, daß je ein Kilogramm Suppenfleisch (Vorderes mit Zuwage), Kochmeht, Erbsen, Bohnen, Kartoffeln, Sauerkraut, Reis, Steinsalz, Fett, Zwiebel und Essig im Juli 1914 zusammen 7 77 K und am 1. November 1919' 130-30 K kosteten. Wenn der Preis vom Juli 1914 als Indexziffer mit 100 angenommen wird, beträgt die Indexziffer am 1. Novemlnr 1919: 1678 !