weitere Entwertung der Krone und weitere Verteuerung des Einkaufes und daher weitere Belastung des Staates — also Schraube ohne Ende. Ich kann dem unmöglich widersprechen und doch scheint es mir, je mehr ich darüber nachdenke, immer zweifelhafter, ob cs überhaupt möglich sein wird, bei dem jetzigen Kursstände der Krone, voraus' gefetzt, daß wir bei solchen Kursen überhaupt noch einkaufen können, die Lebensmittelpreisc zum vollen Einkaufspreise abzugeben, das heißt die Einfuhrsparität ganz im Preise zum Ausdruck zu bringen. Nicht nur, daß es fraglich ist, ob die Lohnskalen das volle Äquivalent für die weiteren Steigerungen der Lebensmittel bieten können, nicht nur daß ein großer Teil des Mittelstandes unvermeidlich ins Elend gestürzt würde, so untergrabt die volle Anpassung der Lebensmittelpreise und iu weiterer Folge der Löhne an die Parität tinsere Exportmöglichkeiten, die in unseren billigeren Herstellungskosten gelegen sind. Tiefe Exportprämie, die in unserem Kronenunwerte gelegen ist, wird vernichtet und dadurch die letzte Möglichkeit einer Hebung des Geldwertes. Indem wir der Scylla zu entgehen versuchen, geraten wir in den Wirbel der Charybdis. Wenn es auch unzweifelhaft richtig ist, daß der Staat bei Lebensmittelimporte», die au und für sich unproduktiv find, keine Ver luste erleiden soll, scheint mir aus dein angeführten Grunde die volle Preisüberwälzung bei den eingeführten Lebensniitteln, mindestens bei den wichtigsten Nahrungsmitteln, sehr bedenklich. Meiner Meinung nach kann auf die Gewährung gewisser staatlicher Zuschüsse, insbesondere bei Mehl und Brot, nicht ganz verzichtet ivcrden, Zuschüsse also, insolange es nicht in erster Linie durch Erlangung von Krediten und Exporte gelingt, den Geldwert im Auslande so zu heben, daß die Preise halbwegs erträglich werden. Diese Zuschüsse könnten ^auf dein Wege von Steuern hereingebracht werden, bic- so zu veranlagen wären, daß"sic nicht wie die Lebensmittelpreise die bedrängtesten Schichten der Bevölkerung am grausamsten treffen. Ich bin am Schlüße. Ich habe nur einen kleine)! Ausschnitt aus den verwickelten und oft verzweifelten Problemen gegeben, denen die Ernährnngswirtschaft gegenübersteht. Nicht an gutem Willen fehlt er-, trotz alter Schwierigkeiten eine Lösung anzubahnen. Eine andere Frage ist, ob die Lösung in diesem Staate, der in seiner gegenwärtigen Form, schon was das nackte Leben anlangt, auf Hilfe und Mitleid des Auslandes angewiesen ist, gelingen kann.