37 Eisenerzbergbau. Geologisches. Die Eisenerzlager stätten Russisch-Polens sind von sehr erheblicher Bedeutung. Am verbreitetsten sind die Raseneisenerze. Sie treten nahe der Erdoberfläche in verhältnismäßig geringer Mächtigkeit an zahlreichen Punkten auf und haben häufig eine große flächenhafte Ausdehnung. Bergmännisch sind sie stets leicht abzubauen. Vorkommen von Raseneisenerzen sind besonders in den Gouvernements Warschau und Kalisch zwischen Lenczyca und Warschau, dann südlich von Kalisch, in der Umgegend von Last, im Gouvernement Petrikau und in der Umgegend von Radom nachgewiesen. Die Raseneisenerze dienen und zwar zum Teil in umfangreicher Weise als Zuschlagsmaterial zu den übrigen Eisen erzen. Im Kreise B e n d z i n komnien Eisenerze in Triasschichten und zwar im Muschelkalk und iin Keuper als Brauneisen erze vor. In ihrer Zusammensetzung und in ihrem Auftreten gleichen sie völlig den Erzen des oberschlesischen Jndustriebezirks in der Gegend von Tarnowitz und Beuthen. Der im Muschel kalk vorhandene Vorrat an Brauneisenerzen darf als sehr be deutend angenommen werden. Große Wichtigkeit kommt den T o n e i s en erz l a g er st ä t t e n der Juraformation in den Kreisen W i e l u n und C z e n st o ch a u zu. Diese Erze treten hauptsächlich an dein Westrande des Höhenzuges auf, der sich von Wielun über Czen- stochau in südöstlicher Richtung bis in die Gegend von Olkusz erstreckt. Die Erze sind Toneisensteine, die die Schichten des braunen Jura in zahlreichen Bänken von allerdings meist nur geringer Mächtigkeit durchsetzen. Da sie in geringer Tiefe auf treten, sind sie leicht zu gewinnen. Alsdann ist zu beachten, daß diese Erze den oberschlesischen Eisenhütten verhältnismäßig nahe liegen. Zur Zeit wird das Vorkommen durch eine Anzahl Gruben, die den Eisenhütten des polnischen Jndustriebezirks gehören, aus gebeutet. Die jährliche Förderung beträgt etwa 300 000 Tonnen. Der vorhandene Erzvorrat ist, wie viele Untersuchungen ergeben haben, ein ganz bedeutender. Daß die Förderung zur Zeit noch nicht erheblich ist, ist darauf zurückzuführen, daß die polnischen Eisenhütten kein Interesse daran hatten, die Förderung über ihren eigenen Bedarf hinaus zu steigern. Eine Ausfuhr nach Oberschlesien war infolge des Ausfuhrverbots der russischen Re gierung nicht möglich.