61 Aus den vorstehenden Ausführungen geht hervor, daß Polen ein von der Natur äußerst reich bedachtes ­ Land ist. Das Wertvollste, was es besitzt, sind die reichen Bodenschätze, die es in seinem südlichen Teile in seinem Schoße birgt; Kohle, Zink-, Blei- und Kupfererze. ­ Schon diese Zusammenstellung zeigt, daß die Grundbedingungen ­ für die nutzbringende Verwertung der einzelnen Mineralien im Lande selbst gegeben sind. Wenn trotzdem die polnischen Bodenschätze heute zum größten Teile noch der Ausbeutung ­ harren und die Montanindustrie verhältnismäßig gering entwickelt ist, so liegt das in der Hauptsache an der Zugehörigkeit ­ zu Rußland und den daselbst herrschenden Verhältnissen. Ähnlich liegen die Verhältnisse in bezug auf die Landwirtschaft. ­ Der Boden ist zum Teil außerordentlich ­ fruchtbar und würde bei rationeller ­ Bewirtschaftung reiche Erträge liefern. ­ Weite Flächen werden jedoch ungenügend oder gar nicht ausgenutzt; sie sind versumpft und unkultiviert. Auch die umfangreichen Forsten harren zuin Teil noch der intensiven Erschließung. Dazu besitzt Polen eine gesunde, arbeitstüchtige ­ und leicht zu erziehende Landbevölkerung, ­ die einen starken Geburtenüberschußliefert. ­ Es verfügt also in reichem Maße über die Arbeitskräfte, die zur Entwicklung von Landwirtschaft und Industrie ­ nötig sind. Äußerst ungünstig sind dagegen die Verkehrsverhältnisse. ­ Die Eisenbahnen sind z. Zt. ganz unzureichend und im wesentlichen aus strategischen Gründen, nicht im Interesse des Aufschlusses des Landes erbaut. Reich ist Polen dagegen an Wasserstraßen, die aber gleichfalls für den Verkehr bisher nur wenig nutzbargemacht worden sind. Die Grundlagen für die Entwicklung einer umfangreichen Industrie sind überall gegeben. Trotzdem hat sich diese nicht in gesunder Weise entwickeln können. Nur soweit sie, wie die Montanindustrie, die Zuckerfabriken pp-, aus den natürlichen Quellen des Landes schöpfen konnte, ist sie eine gesunde. Die Industriezweige dagegen, ­ die sich, wie der größte Teil der Textilindustrie, nur in-