03 turtechnik weit größere Überschüsse wie jetzt abwerfen kann, äußerst geeignet. Ebenso würde die deutsche Industrie durch die Angliederung eines so aufnahmefähigen Wirtschaftsgebietes ein größeres und ge sicherteres Tätigkeitsfeld erhalten. Unerschlossene Gebiete sind auf dem Weltmärkte kaum noch vorhanden. Die Konkurrenz der verschiedenen Länder auf den weniger entwickel ten Gebieten des Erdballs wird dauernd eine heftigere werden, und insbesondere der deutsche Kaufmann wird nach dem Kriege im Auslande große Schwierigkeiten überwinden müssen, da die maßlose, andauernde Verhetzung, die Deutschlands Feinde getrieben haben, fast alle fremden Länder gegen Deutsch land eingenommen hat und unsere Feinde selbst sich gewiß nach Kräften absperren werden. Es ergibt sich daher als zwingende Notwendigkeit, für Handel und Industrie im Jnlandc selbst einen breiteren Rückhalt zu schaffen. Hierzu ist aber Russisch-Polen mit seinen außerordentlichen Entlvicklungsmöglichkeiten als aufnahme fähiges Absatzgebiet ganz besonders geeignet. Der allgemeine Kulturzustand Polens ist zur Zeit noch ein niedriger. In den Städten fehlt Wasserleitung und Kanalisation, die Dächer sind mit Stroh gedeckt, die Stuben ungedielt und untapeziert rc. Eigentliche Mobilien, Haus- und Ackergeräte sind nur primitiv vorhanden. Die Eisenbahnstränge sind gering an Zahl und wenig leistungsfähig, ebenso verfügen die Bahnen über einen nur geringen Wagenpark. Falls das Land mit deut schem Kapital und deutscher Intelligenz befruchtet würde, würden sich auf allen Gebieten große, ungeahnte Bedürfnisse zeigen. Es kann s o m i t keinerlei Zweifel unterliegen, daß die gesamte deutsche Industrie aus einer A n g l i e d e r u n g Polens sehr erheblichen Nutzen ziehen würd c. Bon ganz besonderer Wichtigkeit würde eine solche An gliederung aber für den oberschlesischen Jndustricbezirk sein, da dieser infolge seiner Lage am südöstlichen Zipfel des deutschen Reiches stets mit großen Absatzschwierigkeiten zu kämpfen gehabt hat. Von drei Seiten vom Auslande eng umschlossen, fehlt ihm ein natürliches größeres Absatzgebiet. Der Handel der ober schlesischen Grenzstädte ist daher besonders auf den Grenzverkehr zugeschnitten, in dem er ein Hauptmoment seiner Existenz findet, so daß die Erhaltung dieses Absatzgebietes ftir ihn zu einer Lebensfrage wird. — Die Beengung des Absatzes und der Mangel eines Hinterlandes hat des weiteren aber auch für die oberschlesische Montanindustrie zur Folge gehabt, daß sie trotz reicher Boden-