73 dustrie, daß daraus der oberschlesischen Zementindustrie die größte Gefahr erwächst. — Diese schwerwiegenden Gesichtspunkte zeigen deutlich die unbedingte Notwendigkeit, daß im Falle einer nicht zu vermeidenden teil weisen Angliederung Polens an Ö st erreich jedenfalls der Kreis B e n d z t n mit seinen Kohlen- und Eisen werten vollständig an Deutschland fallen muß; andernfalls ­ würde der Friede nicht die Bedingungen ­ erfüllen zur ungehemmten Entfaltung ­ unserer schaffenden Kräfte in der Heimat, sondern im Gegenteil sie mit schweren neuen Fesseln b e l a st e n und dauernd lahmlegen. ­ Für die Berechtigung dieses Verlangens sprechen aber auch noch andere Gründe. Bekanntlich hat der Kreis B e n d z i n in früheren Zeiten bereits zu Preußen gehört; er kam mit einem größeren Bezirk durch die dritte Teilung Polens an Preußen, das ihn jedoch im Jahre 1807 im Tilsiter Frieden an das von Napoleon gebildete Herzogtum Warschau abtreten mußte. Neben diesen historischen Ansprüchen bestehen geographische und geologische. Ein Vergleich auf der Karte läßt auf den ersten Blick erkennen, daß der Kreis Bendzin direkt wie aus Oberschlesien herausgeschnitten ­ erscheint, und was die geologischen Beziehungen anbetrifft, so sind die dortigen Kohlen- und Zinkablagerungen ­ lediglich die Ausläufer der o b e r s ch l e s i s ch e n. Endlich gehört der Kreis Bendzin zu Oberschlesien gewissermaßen auch kulturell, denn fast alles, was dort in industrieller und kulturfördernder Hinsicht geschehen und geschaffen ist, ist auf deutsche Initiative zurück ­ z u f ü h r e n. Die meisten Gruben aus älterer Zeit — und auch auf die meisten Gruben aus neuerer Zeit trifft dies zu — sind durch deutsches Kapital und durch deutsche Intelligenz erschlossen worden. Graf Reden, der in Oberschlesien die ersten großen Kohlengruben ins Leben gerufen hat, schuf zu gleicher Zeit im Kreise Bendzin, der damals zu Preußen gehörte, verschiedene noch heute bestehende große Grubenanlagen, und so ist es fortgegangen über ein Jahrhundert lang. Die meisten bedeutenden Gruben sind — und zwar bis vor wenigen Jahrzehnten —■ in deutschen: Besitz gewesen, bis sie den Besitzern durch die deutschfeindlichen Maßnahmen der russischen Regierung allmählich verleidet worden sind. Sie wurden meist