75 Zu Österreich haben die Kreise Bendzin und Ezenstochau nie und der Kreis Olkucz nur geringe Beziehungen gehabt. Es besteht zwar noch ein Einfallstor nach dorthin über Gramm, aber der Verkehr ist hier immer gleich Null gewesen; allenfalls war ein Durchgangspersonenoerkehr Wien—-Krakau—Warschau vorhanden. Einen Kreis, der so von der Natur zum Anschluß an Deutschland bestimmt ist, in fremde Hände fallen zu lassen, wäre an sich schon ein schwerer Fehler. Dieser würde um so größer sein, als er, wie oben gezeigt, die schwersten wirtschaftlichen Ver luste für die deutsche Volkswirtschaft zur Folge haben müßte. Sollte es daher nicht möglich sein, die Anglicdcrung Polens an Österreich überhaupt zu verhindern, so muß jedenfalls, wie immer wieder hervorgehoben werden mutz, der Kreis Vendzin unbedingt in deutschen Händen bleiben. — Das Ergebnis der vorstehenden Untersuchung fassen wir in folgende kurze Leitsätze zusammen: 1. Polen ist ein außerordentlich reiches Land, bei dem alle Grundbedingungen für eine gesunde Fortentwickelung in allgemeinkultureller, landwirtschaftlicher und industrieller Hin sicht gegeben sind. Sein bisheriges Zuriickblciben beruhte aus seiner Zugehörigkeit zu Rußland. Aus strategischen und wirt schaftlichen Gründen darf Polen weiterhin nicht mehr bei Ruß land verbleiben. 2. Bei der Lostrennung Polens von Rußland muß da für gesorgt werden, daß das Land für die deutsche Volkswirt schaft nutzbar gemacht wird. Die kulturelle Hebung und die Erzeugung von Rohstoffen in Polen ist nach Möglichkeit zu fördern, und die Ausfuhr nach Deutschland zu erleichtern. Ebenso ist die Möglichkeit zu schaffen, daß die deutschen Fertig waren ungehinderten Absatz in Polen genießen. Ferner muß dem deutschen .Kapital und der deutschen Intelligenz die Mög- lichkeit geboten werden, sich nutzbringend in Polen zu betätigen. 3. Zur Erreichung dieser Ziele ist es, um den aus nationalen wie wirtschaftlichen Gründen notwendigen Schutz gegen die polnische Agitation zu erlangen, zunächst nötig, längs der deutschen Grenze einen rein deutsch zu besiedelnden Schutzstreifen zu schaffen. Bezüglich des verbleibenden Haupt teils des polnischen Gebietes erscheint es 4. am zweckmäßigsten, aus Polen einen von Deutsch land abhängigen Schutzstaat nach Art der alten r ö in i s ch e n P r o v i n z c n zu machen. Polen würde alsdann in weit gehendem Maße Selbstverwaltung genießen. Jedoch wären die sämtlichen Verkehrsmittel (Eisenbahnen, Wasserstraßen) in den Besitz des deutschen Reiches zu übertragen oder seinem