76 unmittelbaren Einfluß zu unterstellen. Das Gleiche gilt für Post, Telegraph und Kabelwesen. Natürlich müßte das Deutsche Reich auch die Militärhoheit in Polen besitzen. 5. Stach Möglichkeit muß dahin gestrebt werden, daß Polen nicht Österreich angegliedert wird, da alsdann der deutschen Landwirtschaft und Industrie ein sehr wertvolles Neuland verloren gehen würde. Außerdem ist zu bezweifeln, ob es Österreich gelingen würde, Polen in gleicher Weise fort zuentwickeln, >vie dies Deutschland tun würde. 6. Sollte sich jedoch eine teilweise Angliederung Polens an Österreich in irgend welcher Form nicht verhindern lassen, so ist jedenfalls mit allen Mitteln dahin zu wirken, daß wenigstens der ganze -Kreis Bcndzin mit einen, weiteren Grenzgebiet unter deutsche Herrschaft kommt. Anderenfalls würde Österreich infolge der dort vorhandenen Mincralschätze in wirtschaftlicher Hinsicht so gestärkt werden, daß es sich in weitem Maße von Deutschland wirtschaftlich unabhängig machen könnte. Hierdurch würde aber die gesamte deutsche Bolkswirtschaft und insbesondere die schon jetzt schwer kämpfende oberschlesische Montanindustrie erheblich geschädigt werden. 7. Bei einer Angliederung Polens an Österreich wären Kautelen zu schaffen, die dem deutschen Kapital und der deutschen Intelligenz die Betätigung in Polen ermöglichen. Ferner müßte die deutsche Industrie durch Gewährung von Zollvergünstigungen die Möglichkeit eines ungestörten Ab satzes ihrer Erzeugnisse in Polen erhalten: schließlich wäre der deutschen Industrie auch eine ungestörte Durchfuhr ihrer Er zeugnisse durch Polen nach Rußland unbedingt zu gewähr leisten. Ausgaben und Fragen von schwerwiegenden Folgen sind es, die gelöst werden müssen. Falls die vorstehenden Zeilen mit da zu beitragen helfen, ist ihr Zweck erfüllt. Wir möchten mit den Worten Paul Rvhrbachs schließen, die er seinem Buche „Rußland und wir" vorausschickt: »Was heute verfehlt, versäumt und verkehrt entschieden wird, das werden wir, nicht für Jahre und Jahrzehnte, sondern für unsere ganze nationale Zukunft, als hindernde Kette am Bein nachzuschleppen haben. Wer dafür die Ver antwortung ans sich laden will, dem werden kommende Ge schlechter, ja vielleicht schon unsere Kinder, die Schuld daran zumessen, daß neue und noch unerhörtere Blutopfer fallen müssen, als wir sie diesmal schon gebracht haben, wenn jetzt kein Ende mit der Bedrohung Deutschlands und der europäi schen Kultur durch das östliche Barbarentum gemacht wird."