21 genügt z. B. nicht, die Listen einfach auszulegen, sondern es ist vor allem eine unmittelbare Ver bindung zwischen dem Lehrling, der eine Lehrstelle sucht und dem Handwerker, der einen Lehrling wünscht, anzubahnen; sodann ist in jedem Falle festzustellen, ob ein Lehrverhältnis zustande ge kommen ist oder nicht. Ueber die bessere Orga nisation der Lehrstellenvermittlung ist viel beraten worden, besonders die Kammer hat sich sehr ein gehend mit der Frage der Lehrstellenvermittlung beschäftigt, und zwar, wie es scheint, nicht ohne Erfolg. Bei einer Besprechung über Lehrstellenvermitt lung im Saale der Provinzialverwaltung, an der Vertreter der Arbeitsnachweise, der Innungen und Handelskammern teilnahmen, vertrat der Syndikus der Kammer die Auffassung des Handwerks, das zwar mit dem Arbeitsnachweis zusammen arbeiten wolle, aber keinesfalls auf die selbständige Regelung der Lehrstellenvermittlung verzichten könne. Das Handwerk müsse vielmehr den größten Wert da rauf legen, daß seine Organisationen bei der tehr- stellenvermittlung vor allem miiwirkten. Im An schluß an die Versammlung wendete sich die Kammer an die verschiedenen Innungsausschüsse mit dem Ersuchen, der Lehrstellenvermittlung größere Beachtung zu schenken. Tatsächlich rühren sich infolgedessen die Handwerksvertretungen allent halben und richten Lehrstellenvermittlungen ein. Sehr zugute kam diesen Bestrebungen eine Ver fügung des Regierungspräsidenten an die Kreisschulinspektoren. Sie sagt u. a.: Die Knaben sind nach wie vor über Bedeutung und die Vorzüge des Handwerks im Unterrichte da, wo sich hierzu Gelegenheit bietet, in wirksamer, aber nicht aufdringlicher weise zu belehren; kleinere Schriften über die Berufswahl sollen auch fernerhin an die abgehenden Knaben verteilt werden. Die aufzustellenden Listen der zur Entlassung kommenden Knaben, die ein Handwerk zu erlernen wünschen, sind spätestens im Dezember und Mai an die Innungen, Arbeitsnachweisstellen oder an die örtlichen Schulverwaltungen abzugeben. Die Schulleiter oder die Lehrer sollen mit den Eltern der ausscheidenden Knaben in persönliche Ver bindung treten. Auch die Elternabende bieten Gelegenheit zu entsprechenden Belehrungen. Die Pflege des Handfertigkeitsunterrichts wird als wichtig für die zu weckende Neigung der Knaben zum Ergreifen des Handwerkerberufes erachtet. Der Besuch größerer Handwerksbetriebe durch die Knabenoberklassen wird als weiteres Mittel ange sehen. Schließlich wird die Erwartung ausge sprochen, daß die Zuführung von Handwerker- lehrlingen um so leichter gelingen wird, wenn die Lehrerschaft mit ganzem Kerzen auf die Förderung und Erhaltung des Mittelstandes bedacht ist. Die Landräte und Bürgermeister sind von der Regierung ersucht worden, in der brennend ge wordenen Frage der Erlangung von Handwerker- lehrlingen mit der Schule zusammenzuwirken und bei den Schulverwaltungen auf die Einführung und Ausdehnung des Handfertigkeitsunterrichts hinzuarbeiten, von dessen Betriebe zur Förderung des Handwerkes noch einiges zu erwarten sein dürfte. Nur durch das Zusammenarbeiten der Schulen und Verwaltungsbehörden würde dem drohenden verfall des Handwerks und der Mecha nisierung der Arbeit begegnet werden. Die Handwerkskammer begrüßt die Bemühungen der Regierung mit dankbarer Freude. Besonders verspricht sie sich von der Einrichtung von Berufs beratungsstellen sehr viel Erfolg. In Düssel dorf und Essen ist eine solche Stelle eingerichtet worden, bei der die Handwerkskammer mitwirkt. In Duisburg ist ähnliches geschehen. Die Handwerks kammer wird die Errichtung von Berufsberatungs stellen überall gerne fördern. Der Geschäftsführer der Kammer hat in einer Versammlung sämtlicher Lehrer des Stadtkreises Duisburg einen Vortrag gehalten über das Handwerk und die Berufsbe ratung, der zweifellos Erfolg gehabt hat. Zur besseren Empfehlung des Düsseldorfer Amtes richtete die Kammer folgendes Rundschreiben an die Innungen in Düsseldorf: „Wie Ihnen bekannt ist, hat die Stadt Düssel dorf ein Berufsberatungs- und Lehrstellenver- mittlungs-Amt hier eingerichtet, welche Zwecke dieses Amt verfolgt, dürfte wohl nicht besonders erwähnt zu werden brauchen. Zweifellos wird dieses Amt es sich angelegen sein lassen, die aus der Schule zu entlassenden jungen Leute in wirk samerer Weise als es bisher geschehen ist, auf das Handwerk hinzuweisen, es wird zweifellos erreichen, daß dem Handwerk mehr junge Leute, auch aus den besseren Ständen, zugeführt werden. Die