58 nur den Gläubigern die Möglichkeit gegeben wer den, durch Sammlung dieser Blätter sich ein dauerndes Grientierungsmittel über solche unsichere Runden zu verschaffen, sondern es wären auch gewerbliche Vereine und verbände in der Lage, ihren Mitgliedern stets über etwaige faule Schuld ner Auskunft zu geben. Schließlich aber würde dadurch ein nicht zu unterschätzendes Abschreckmittel geschaffen werden, und es würde so mancher, der heute leichten lserzens den Lid leistet, es sich erst gründlich überlegen, ob er seinen Namen in dieser Weise bekannt machen will, da er ja damit rechnen muß, daß er nur noch gegen sofortige oder auch vorherige Rasse Waren erhält. Bekämpfung der Borgunroefens. Zu den ärgsten Übelständen gehört das Borgun wesen, das die Handwerker außerordentlich stark schädigt. Die Beseitigung des Übels ist recht schwierig, weil es hauptsächlich auf Seiten des Publikums liegt, worauf eine Handwerkskammer keinen oder nur geringen Linfluß hat. Doch tragen auch die Handwerker selbst mit Schuld, da sie nicht pünktlich ihre Rechnungen ausstellen. Auf sie suchte die Rammer erzieherisch zu wirken durch die Ausgabe eines Merkblattes, das sie allen Vereinigungen des Handwerks zugestellt hat. Die Rammer hat sich ferner gegen die Herauf- setzung der Unpfändbarkeitsgrenze von 1500 auf 1800 Mk. gewandt. Ls ist bekannt, daß die ge setzliche Zulassung einer Unxfändbarkeitsgrenze das Handwerk schwer schädigt. Im Interesse des Hand werks wäre eher eine Herabsetzung der Grenze am Platze. Die TDoblfabrtseinndjtungen ber Kammer. Neben der Erfüllung ihrer gesetzlichen Aufgaben wendet die Rammer ihr Augenmerk besonders der Förderung des Handwerkerstandes durch Schaffung von Wohlfahrtseinrichtungen zu. Sie hat schon eine ganze Reihe solcher Einrichtungen ins Leben gerufen, die geeignet sind, den Handwerkern in Fällen der Not beizuspringen und ihnen in Fragen des täglichen und wirtschaftlichen Lebens Rat und Hülfe zuteil werden zu lassen. 1. Die Sterbekasse. Die im Jahre 1904 durch Vertrag mit der Lebens-, pensions- und Leibrentenver sicherungsgesellschaft A.-G. Iduna in Halle a. d. S. errichtete Sterbekasse für die Handwerker unseres Bezirks zeigt eine stetige Entwickelung. Eigentliche Sterbekassen-Versicherungen bestehen z. Zt. 187 über 166 985 M. Versicherungssumme. Im Durchschnitt sind mithin versichert etwa 900 M. Diese Ziffer ist verhältnismäßig hoch. Sie läßt jedoch die Vermutung zu, daß Versicherungsab schlüsse hauptsächlich in den größeren Städten des Bezirks getätigt werden, wogegen die Verbreitung der Sterbekassenversicherung in den kleineren Städ ten und auf dem Lande noch viel zu wünschen übrig läßt. Diese Auffassung wird auch bestärkt durch die Zahl der auf Grund des Vertrages ab geschlossenen großen Lebensversicherungen. Die Zahl dieser beträgt 269 über 856185 M. Ver sicherungssumme. Auf jeden versicherten kommen durchschnittlich 3182 M. Versicherungssumme, wir haben uns die größte Mühe gegeben, der Sterbe kasse auf dem Lande eine weitere Verbreitung zu sichern. Unsere Bemühungen scheiterten stets an der Schwierigkeit, auf schriftlichem Wege zum Ab schlüsse eines Versicherungsvertrages zu gelangen. Dazu kommt hindernd der Umstand, daß eine Reihe von Innungsfachverbänden und Linzelinnungen eigene Sterbekassen eingerichtet haben. Da aber noch eine große Zahl von Handwerkern bei ge eigneter Aufklärung dem Abschlüsse einer Ver sicherung geneigt sein dürfte, richten wir auch von dieser Stelle aus an die Innungsvorstände die Bitte, im Interesse der angeschlossenen Mitglieder für eine weitere Verbreitung der Sterbekassen-Ver sicherungen bemüht zu sein. Nachstehende Aufstellung zeigt die z. Zt. bei der „Iduna" laufenden Versicherungen von Ange hörigen der Handwerkskammer zu Düsseldorf nebst Zu- und Abgang im letzten Geschäftsjahre.