I. Die Grundurteile der Politik. 19 2' trieb" der Logik, die Wissenschaft, ruht auf Arbeits teilung und dem obigen Gedanken: jeder nach seinen Kräften. Und wo Sitte und Macht zur Verwirklichung streben (beim Recht vor allem die Verwaltung, da das Strafrecht nichts erreichen, bestenfalls etwas verhüten will) ist es nicht anders: die theoretische, papierene, fingierte Gleichheit muß der tatsächlichen Ungleichheit des Lebens weichen, sobald sie zur Praxis strebt. Das naheliegendste und beste Musterbeispiel für Orga nisation, unsere Armee und alles was dazugehört, zeigt deutlich das Ineinandergreifen von beidem: glei chen Geboten und ungleicher Ausübung. Nur das ganz Allgemeine ist gleich oder besser kann als gleich betrach tet werden: Pflichterfüllung, Gehorsam, Disziplin. Bliebe der Vollzug wirklich darin stecken, gäbe es wirk lich nur die Disziplin, dann iväre das Heer jener tote und starre Mechanismus, als den ihn die verschreien, die ihn nicht kennen. Dann könnte man beim Heer gar nicht von Organisation reden; und doch sagen Alle, wir siegten durch diese! „Kadavergehorsam" ist wirk lich etwas Mechanisches; ist in irgend einem Arbeits betrieb der Einzelne wirklich nur eine jedem anderen gleiche Nummer oder Kraft (zehn am Seil!), dann ist das auch keine Organisation zu nennen. Aber nur bei ganz Wenigen: ist cs, z. B. in der Armee, vorteilhaft, eine solche Gleichheit tatsächlich festzuhalten und wo es unnötigerweise geschieht, da sollte es geändert werden. Im großen und ganzen aber wird jeder tunlichst nach seinen Fähigkeiten verwendet und sogar die theoretisch gleiche Disziplin ist in der Ausführung leicht variiert. Die einzelnen Beispiele hierfür sind, wo heute jeder unser Heer aus ungeschminkten Berichten, wenn nicht