24 I. Die Grundurteile der Politik. tige Wesen sich selbst und alle anderen niemals bloß als Mittel, sondern jederzeit zugleich als Zweck an sich selbst behandeln solle." Das scheint zunächst eine Orga nisation unmöglich zu machen; setzt sie doch die Errei chung des Zweckes unbedingt über die einzelnen Glie der. Betont man aber das Wörtchen bloß (nur), so kann der Satz sehr gut zur Unterscheidung von Mecha nismus und Organismus dienen; in jenem ist der Mensch nur ein Mittel, lediglich ein Werkzeug (z. B. der Sklave), hier aber herrscht die Überzeugung, daß auch das Wohl des Einzelnen am besten durch Organi sation bezw. Erreichung des gemeinsamen Zieles ge fördert wird und der Einzelne bleibt „Persönlichkeit" und niemals willenloses Mittel. Eine ethische Wirkung der Organisation zeigt sich auch in dem eigentümlichen Gemeinschaftsgefühl, das sie in ihren Gliedern hervorruft: der Kameradschaft. Brüderliche Gesinnung kann man in jeder Lebenslage zeigen, auch als Galeerensklave; gemeinsame Arbeit erzeugt stets eine Zusammengehörigkeit, die lebhaft gefühlt wird. (Genossen, Kollegen usw.). Allein die Teilnahme an einer gut funktionierenden Organisa tion, wie es z. B. die Armee ist, macht das Ineinander greifen der Tätigkeit deutlich, bringt das: „einer für Alle, Alle für einen" zum Bewußtsein und so ist Kame radschaft in diesem engeren Sinne keine Phrase, denn sie wird z. B. im Kriege sehr häufig in Handlungen umgesetzt. Deshalb erleben viele dabei diese Kamerad schaft als etwas Neues, wenn sie auch das Wort auch vorher schon oft gedankenlos im Munde führten; der Zweck des Ganzen, die gemeinsamen Ziele, denen alle dienen, indem sie sich selbst wechselseitig unterstützen,